Ein verurteilter Sexualstraftäter, der seine Ex-Partnerin bei einem Freigang mit einem Messer attackiert haben soll, steht vor Gericht. (Symbolfoto)
Ein verurteilter Sexualstraftäter, der seine Ex-Partnerin bei einem Freigang mit einem Messer attackiert haben soll, steht vor Gericht. (Symbolfoto) Foto: Jens Kalaene/dpa

Berlin (dpa/bb) – Einen gewährten Ausgang aus einer Haftanstalt soll er zu einer erneuten Straftat genutzt haben: Ein verurteilter Vergewaltiger steht nach einem Messerangriff auf eine Frau vor dem Berliner Landgericht. Der 39-Jährige soll seine ehemalige Freundin in einem Bus abgepasst und sie nach dem Aussteigen durch einen Stich in die linke Brust schwer verletzt haben. Zu Prozessbeginn hat der Angeklagte zunächst geschwiegen.

Der Deutsche hatte eine Strafe von insgesamt fünf Jahren und neun Monaten unter anderem wegen Vergewaltigung und Körperverletzung fast vollständig verbüßt, als er am 23. November 2025 seine Ex-Partnerin auf ihrem Arbeitsweg in Berlin-Lankwitz angegriffen haben soll. Wegen ihrer Trennung habe er sie zur Rede stellen wollen, heißt es in der Anklage. Nachdem er mit ihr aus dem Bus ausgestiegen war, habe er «unvermittelt ein Klappmesser gezogen».


Festnahme nach einwöchiger Flucht

Die Frau, die er im Jahr 2024 kennengelernt haben soll, erlitt nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine potenziell lebensgefährliche Verletzung. Brustmuskel, Herzbeutel und Lunge seien betroffen gewesen. Anschließend habe der 39-Jährige der Verletzten allerdings geholfen, die Blutung zu stillen. Die Anklage geht deshalb nicht von einer versuchten Tötung, sondern von gefährlicher Körperverletzung aus.

Der Angeklagte war nach dem Geschehen nicht in die Haftanstalt in Berlin-Tegel zurückgekehrt. Nach einwöchiger Flucht wurde er in einer Laubenkolonie gefasst. Derzeit befindet er sich in Untersuchungshaft.

Der Mann ist wegen Gewalt gegen Ex-Partnerinnen vorbestraft. 2015 erhielt er wegen Körperverletzung eine Strafe von 16 Monaten Haft auf Bewährung. 2021 wurde er wegen Vergewaltigung und weiterer Vorwürfe verurteilt. Betroffen war eine zehn Jahre jüngere Frau, die sich von ihm wegen seiner Eifersucht getrennt haben soll. Für den aktuellen Prozess sind bislang vier weitere Tage bis zum 14. Oktober terminiert.