Potsdam (dpa/bb) – Vor der Bombenentschärfung in der Potsdamer Innenstadt hat der Sprengmeister keine konkrete Zeitangabe zum Ende der Arbeiten und zur Aufhebung des Sperrkreises geben wollen. «Die Maßnahme einer Bombenentschärfung ist wie eine Perlenkette», sagte Mike Schwitzke am Morgen in Potsdam. Man könne erst mit den Arbeiten beginnen, wenn der Sperrkreis steht. «Wenn alle raus sind, gehen wir rein.»
Entschärfung kann zwei Stunden dauern
Die Entschärfung könne bis zu zwei Stunden dauern, führte Schwitzke aus. Die Bombe befinde sich in einem Trümmerfeld, deshalb müsse der Sprengkörper erst ausgiebig gereinigt werden. Der Zustand der Bombe sei schlecht, betonte der Sprengmeister. Nach der Reinigung soll der Zünder rausgedreht werden. Eine Sprengung kommt laut Schwitzke nicht infrage. «Die Bombe befindet sich 1,50 Meter über dem Kellergewölbe des Eiskellers der ehemaligen Brauerei Potsdam.» Wenn man Sprengen würde, wäre es eine «Katastrophe».
Die 250 Kilogramm schwere US-Bombe beinhalte etwa 100 Kilogramm Sprengstoff, sagte Schwitzke. Eine solche Bombe könne ein Mehrfamilienhaus in Trümmer legen. Die Bombe war bei einer systematischen Absuche gefunden worden.
Vor der Entschärfung einer Weltkriegsbombe sind weite Teile der Potsdamer Innenstadt evakuiert worden. Etwa 6.500 Menschen mussten ihre Wohnungen bis 8.30 Uhr verlassen. Um den Fundort am Freizeitbad blu wurde ein Sperrkreis von rund 700 Metern Radius eingerichtet. Der Hauptbahnhof ist gesperrt worden.
