Berlins Linke-Fraktionsvorsitzende Elif Eralp will Regierende Bürgermeisterin in der Hauptstadt werden. (Archivfoto)
Berlins Linke-Fraktionsvorsitzende Elif Eralp will Regierende Bürgermeisterin in der Hauptstadt werden. (Archivfoto) Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Berlin (dpa) – Die Berliner Linken-Fraktionsvorsitzende Elif Eralp und Spitzenkandidatin bei der Abgeordnetenhauswahl war mehrere Jahre Mitglied des Vereins Rote Hilfe. Sie sei aber im vergangenen Jahr ausgetreten, teilte der Landesverband der Partei auf dpa-Anfrage mit. Zuvor hatte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» darüber berichtet. Der Landesverfassungsschutz erwähnt die Rote Hilfe in seinem jüngsten Jahresbericht als mit Abstand größte linksextremistische Organisation in Berlin. 

Nicht alle Mitglieder des Vereins verfolgten selbst verfassungsfeindliche Zielsetzungen, heißt es darin. Die Gegnerschaft der Organisation und ihrer Entscheidungsträger zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung sei jedoch ein Grund für die Beobachtung durch die Verfassungsschützer. 


Nach Angaben von Linke-Landesgeschäftsführers Bjoern Tielebein ist Eralp der Roten Hilfe während ihres Jurastudiums in Hamburg beigetreten. «Weil sie unterstützen wollte, dass Menschen einen juristischen Beistand haben, die sich für linke und soziale Themen engagieren, auch wenn sie selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen», teilte er mit. 

«Sie war über Jahre passives Mitglied und ist wegen teilweise anderer politischer Ansichten im letzten Jahr noch vor der Spitzenkandidatur ausgetreten.» Ihre Mitgliedschaft sei auf ihrer Homepage und der des Abgeordnetenhauses immer transparent gewesen.

Rote Hilfe sieht sich als linke Schutzorganisation 

Die Rote Hilfe versteht sich laut ihrer Satzung als «linke Schutz- und Solidaritätsorganisation» für alle, die aufgrund ihrer politischen Betätigung verfolgt würden, wie der Verfassungsschutz in seinem Bericht aus dem Jahr 2025 erwähnt. «Sie unterstützt von Strafermittlungen Betroffene materiell und politisch. Ausschlaggebend ist allein die politisch linke Motivation der Tat.» 

Eralp hat nach dem Wahlsieg der Linke erklärt, Regierende Bürgermeisterin in Berlin werden zu wollen. Bei der Wahl zum Landesparlament am 20. September war die Partei mit 25,7 Prozent mit Abstand stärkste Kraft geworden.