
Berlin (dpa/bb) – Berlins Linke-Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl, Elif Eralp, empfiehlt ihrer Partei in Neukölln, im Wahlkampf auf Themen wie steigende Mieten zu setzen. Im September steht auch die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) an. Der Linke-Bezirksverband Neukölln hat am Samstag den BVV-Fraktionsvorsitzenden Ahmed Abed als Bezirksbürgermeisterkandidaten gewählt, dem mehrfach israelfeindliche Positionen vorgehalten wurden.
«Neukölln braucht einen Bezirksbürgermeister, der sich um die drängenden Herausforderungen des Bezirks kümmert, insbesondere um die stark steigenden Mieten, die Sauberkeit im öffentlichen Raum und das gesellschaftliche Zusammenleben», sagte die Linke-Politikerin. «Und ich gehe davon aus, dass Ahmed Abed dies in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs stellen wird.»
Scharfe Kritik an Abeds Verhalten
«Die Entscheidung über die Kandidaturen für die Wahl zu den Bezirksverordnetenversammlungen ist allein Sache des jeweiligen Bezirksverbandes», sagte Eralp.
Abed hat palästinensische Wurzeln und ist als Rechtsanwalt in Neukölln tätig. Mitte Oktober fiel er beim Besuch des Bürgermeisters von Neuköllns israelischer Partnerstadt Bat Yam, Tzvika Brot, auf, der der rechtskonservativen Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu angehört.
Abed warf ihm im Zusammenhang mit den israelischen Angriffen auf den Gazastreifen nach dem Terrorangriff der Hamas Völkermord vor. Abeds Auftritt im Rathaus wurde unter anderem von Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) und der CDU-Opposition scharf kritisiert. Abeds Kandidatur für den Bürgermeisterposten hatte am Wochenende einige Schlagzeilen gemacht.