Schnelles Internet via Glasfaser ist bei Unternehmen gefragt, aber auch in vielen Privathaushalten (Symbolbild)
Schnelles Internet via Glasfaser ist bei Unternehmen gefragt, aber auch in vielen Privathaushalten (Symbolbild) Foto: Jan Woitas/dpa

Markkleeberg (dpa) – Der Glasfasernetzbetreiber Envia Tel will in diesem Jahr neue Netze in Böhlen, Machern, Neukieritzsch (Sachsen) und Querfurt (Sachsen-Anhalt) in Betrieb nehmen. Momentan werde in 26 Kommunen an schnellem Internet via Glasfaser für 53.500 Haushalte gearbeitet – vor allem im Erzgebirge, erklärte Geschäftsführer Haiko Rennert. 

Hinzu komme der Netzaufbau und -ausbau in Gewerbegebieten. So soll bis Mitte des Jahres die entsprechende Infrastruktur im brandenburgischen Teil des Industrieparks «Schwarze Pumpe» stehen; im sächsischen Teil ist das Glasfasernetz den Angaben zufolge seit September 2025 im Einsatz. 


Laut einer Übersicht der Bundesnetzagentur hinken Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg beim schnellen Internet im Vergleich zu anderen Bundesländern hinterher. Die Verfügbarkeit von Bandbreiten von 100 Megabit pro Sekunde und mehr im Festnetz liegt bei Privathaushalten zwischen 75 und 95 Prozent, wie aus dem Breitbandatlas der Bundesnetzagentur hervorgeht. 

Bei 400 Megabit pro Sekunde liegt die Abdeckung anders als in allen anderen Bundesländern nur zwischen 50 und 75 Prozent. 

Mehr als 90 Millionen Euro werden investiert

Envia Tel ist nicht das einzige regionale Unternehmen, das den Netzausbau vorantreibt. Darüber hinaus wird das Datenzentrum Leipzig weiter ausgebaut. Die fortschreitende Digitalisierung führe zu rasant wachsenden Datenmengen, hieß es. Im Frühjahr 2026 sei im Datacenter Leipzig 2 der dritte Bauabschnitt in Betrieb gegangen und erste Kunden seien eingezogen. 

Nun werde an der vierten Ausbaustufe gearbeitet. Die ersten beiden Bauabschnitte seien schon komplett ausgelastet, ebenso das Datacenter Leipzig 1, sagte Geschäftsführer Lutz Lohse. Die Kunden kämen aus verschiedenen Branchen: Banken und Versicherungen ebenso wie Automobilhersteller, IT-Firmen und Krankenkassen. 

Insgesamt will Envia Tel, dessen Netzgebiet sich auf große Teile Sachsens, Sachsen-Anhalts und Brandenburgs sowie kleinere Regionen Thüringens erstreckt, dieses Jahr mehr als 90 Millionen Euro investieren – so viel wie noch nie. Das Gros davon entfalle auf den Glasfaserausbau für Privathaushalte, hieß es von dem Unternehmen mit Sitz in Markkleeberg bei Leipzig. 

Der Umsatz hat im vergangenen Jahr auf gut 81,0 Millionen Euro zugelegt (2024: 74,1), der Jahresüberschuss wurde mit 2,9 Millionen Euro (1,2) ausgewiesen. Die Mitarbeiterzahl ist von 270 auf 282 gestiegen.