
Berlin (dpa/bb) – Trotz drei Meistertiteln in Folge galten die Eisbären Berlin vor dem Beginn der laufenden DEL-Saison nicht unbedingt als Topfavorit. Schließlich war Erfolgstrainer Serge Aubin, der in den vergangenen sechs Jahren fünf Titel mit den Berlinern geholt hatte, zum SC Bern gewechselt.
Sein Nachfolger Éric Dubois galt in Eishockeykreisen als durchaus riskante Verpflichtung. Schließlich hatte der 56 Jahre alte Kanadier zuvor noch nie als Cheftrainer im Profi-Eishockey gearbeitet.
Doch nach einem guten Viertel der Hauptrunde sieht es nach einem Glücksgriff auf. Von den ersten 14 Ligaspielen gewannen die Berliner elf und gehen trotz der 1:3-Niederlage gegen Mannheim am Sonntag als Tabellenführer in die Länderspielpause. In der Champions Hockey League (CHL) erreichten sie das Achtelfinale. Das sind die Schlüssel für den Erfolg.
Die Veränderungen am Spielsystem greifen
Das Umschaltspiel der Berliner ist in dieser Saison schneller, die Defensive kompakter. «Am Ende des Tages sind wir sehr zufrieden mit den Resultaten und damit, wo wir in der Tabelle stehen», sagte Dubois. Von den reinen Ergebnissen lässt er sich aber nicht blenden: «Natürlich wollen wir in bestimmten Bereichen noch besser werden.»
Der Kanadier schöpft aus seiner Erfahrung
Bei seiner Ernennung hatte Dubois betont, in «große Fußstapfen» zu treten. Doch mit seiner langjährigen Erfahrung als Assistenztrainer in Nordamerika und zuletzt beim ERC Ingolstadt gelang es ihm, die nach drei Meisterschaften erfolgsverwöhnte Mannschaft weiter zu verbessern.
Dubois trifft den richtigen Ton
Ein Schlüssel für die Erfolge ist seine Kommunikation. Schließlich hatte er in Nordamerika die Aufgabe, Spieler für die National Hockey League (NHL) auszubilden. «Das hilft mir, entspannt zu bleiben und den Spielern zu vertrauen, dass sie ihren Job machen – und gleichzeitig zu versuchen, ihnen so viel wie möglich beizubringen, egal, ob sie jung oder alt sind», sagte er. Dabei gehe es auch darum, den richtigen Ton zu treffen. «Ich bin ein geduldiger Typ», betonte Dubois. «Ich versuche, so viel wie möglich zu erklären – aber manchmal muss man auch die Stimme erheben.»
Die Breite des Kaders wird genutzt
Neben spielerischen Verbesserungen setzt der Coach darauf, alle Spieler so viel wie möglich einzusetzen. Das dient der Belastungsteuerung, hat aber auch psychologische Effekte. «Man will sich wertgeschätzt fühlen», sagte Dubois. «Jeder will spüren, ein Teil des Erfolgs der Mannschaft zu sein und etwas beizutragen.»