Die AOK Nordost und die Anbieter von Krankenfahrtdiensten zu Ärzten oder Kliniken haben sich über die Vergütung der Leistungen geeinigt. (Symbolbild)
Die AOK Nordost und die Anbieter von Krankenfahrtdiensten zu Ärzten oder Kliniken haben sich über die Vergütung der Leistungen geeinigt. (Symbolbild) Foto: Soeren Stache/dpa

Potsdam (dpa/bb) – Die Versicherten der AOK Nordost in Brandenburg können wieder regulär die Fahrdienste für Krankenfahrten zu Arztpraxen oder Krankenhäusern in Brandenburg in Anspruch nehmen. Nach Angaben von AOK Nordost und der Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste (BAGF) einigten sich beide Seiten nach strittigen Verhandlungen auf die Vergütung der Fahrten.

«Die Versorgung der Menschen in Brandenburg mit Krankenfahrten ist sichergestellt», sagte der Bereichsleiter für Verträge und Produkte bei der AOK Nordost, Tom Forbrich. Mit der Einigung würden ab sofort wieder Verordnungen von AOK-Versicherten regulär angenommen. Die Gespräche zwischen Fahrdiensten und den Ersatzkassen laufen allerdings noch.


Höhere Vergütung – Beitragssatz soll stabil bleiben

Beide Seiten einigten sich auf einen Kompromiss. Für die AOK Nordost entwickle sich die Vergütung für dieses Jahr im Durchschnitt um 9,8 Prozent nach oben, sagte Forbrich. Damit werde die Versorgung sichergestellt und der Beitragssatz könne stabil bleiben. Nach Angaben des Bereichsleiters hätten ohne eine Einigung Fahrten abgelehnt werden müssen, Versicherte hätten die Leistung nicht in Anspruch nehmen können. 

Der Vorstandschef des Paritätischen in Brandenburg, Andreas Kaczynski, zeigte sich als Sprecher der Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste erleichtert. «Ich bin froh, dass das nicht weiter eskaliert ist», sagte er. Es habe bereits täglich Anrufe von Kliniken gegeben. Mittelfristig sei der Bestand der Fahrdienste im Land Brandenburg gesichert. Er sprach von einer Entgelterhöhung zwischen 10 und 20 Prozent je nach Transport.

Verhandlungen waren zwischenzeitlich gescheitert

Vor zwei Wochen hieß es noch, die Verhandlungen mit der AOK Nordost über neue Vergütungssätze für Krankenfahrten in Brandenburg seien für dieses Jahr gescheitert. Es kam zu Einschränkungen für den Transport von Patienten, was zu Verunsicherung führte. Die AOK Nordost steuerte ihre Versicherten zunächst auf andere Anbieter um.

Im vergangenen Jahr gab es auch Streit um die Kosten der Rettungsfahrten. Im Juni einigten sich Landkreise und Krankenkassen, dass die Fahrten mit dem Rettungswagen in Brandenburg gebührenfrei bleiben.