
Berlin (dpa/bb) – Das sogenannte Hygienecenter für obdachlose Menschen am Bahnhof Zoo hat sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Täglich nutzen dort rund 100 Menschen die Möglichkeit zu duschen, wie die Stadtmission der evangelischen Kirche als Betreiberin mitteilte. Sie erhalten dazu kostenfrei Duschgel, Shampoo, Zahnbürsten und Zahnpasta, aber auch Rasierschaum und Rasierer, Handtücher sowie T-Shirts, Socken und Unterwäsche.
Vor Ort gibt es außerdem Toiletten. Seit 2024 können sich Obdachlose in dem Zentrum zudem professionell die Füße pflegen lassen. Geöffnet hat die Einrichtung jeden Tag von 8.30 bis 16.45 Uhr. Nach Angaben eine Sprecherin wünscht sich die Stadtmission aufgrund des Bedarfs längere Öffnungszeiten von 8.00 bis 21.00 Uhr. Dazu müsste der Senat mehr Geld als bisher bereitstellen.
Wegner würdigt Arbeit
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) würdigte bei einem Besuch des Hygienecenters das Engagement der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Helfer dort. Sie ermöglichten ihren Gästen mit viel Herzblut Dinge, die für viele Menschen ganz normal, für solche ohne ein Dach über dem Kopf aber etwas Besonderes seien. Die tägliche Hygiene gehöre zur Menschenwürde.
Breites Hilfsangebot
Die Stadtmission ist am Bahnhof Zoo mit insgesamt 240 ehrenamtlichen und 32 festangestellten Mitarbeitern noch anderweitig für obdachlose und hilfsbedürftige Menschen aktiv. Die Bahnhofsmission versorgt Menschen in akuten Krisen und in Not mit Essen und Trinken oder auch Kleidung und bietet bei Bedarf psychosoziale Beratung. Im Zentrum am Zoo wiederum finden Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben oder einsam sind, seit fünf Jahren einen Ort der Begegnung mit vielfältigen Angeboten auch für Sport und Freizeit.
Am Nachmittag wollte die Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Elke Büdenbender, das Zentrum am Zoo besuchen und dort als Schirmherrin des Bildungsbereiches der Stadtmission bei einem Spielenachmittag dabei sein.