
Berlin (dpa/bb) – Für ihre Ebola-Forschung werden der kongolesische Virologe Jean-Jacques Muyembe-Tamfum und der belgisch-britische Virologe Peter Piot mit dem 500.000 Euro dotierten Virchow-Preis ausgezeichnet. Die Wissenschaftler hätten einen wegweisenden Beitrag zur Erforschung und Bekämpfung von Epidemien geleistet, teilte die Virchow Foundation mit. Die Preisverleihung findet am 10. Oktober im Roten Rathaus statt.
Seit der Entdeckung des Ebola-Virus sind die beiden Wissenschaftler in die Forschung eingebunden. 1976, beim ersten bekannten Ebola-Ausbruch im damaligen Zaire, heute Demokratische Republik Kongo, sei Muyembe-Tamfum an den Untersuchungen vor Ort beteiligt gewesen. Peter Piot habe damals in Belgien an der Analyse der aus dem Ausbruchsgebiet stammenden Proben gearbeitet. «Ihre Arbeit trug maßgeblich dazu bei, das bis dahin unbekannte Virus zu identifizieren und die Grundlage für die Therapie von Ebola zu schaffen.»
Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.
Dramatische Lage im Kongo
Das Thema ist aktueller denn je. Im Kongo grassiert seit Mitte Mai erneut ein Ebola-Ausbruch, der sich inzwischen auf sieben Provinzen des Landes ausgeweitet hat. Bislang wurden mehr als 7.800 Erkrankungen registriert, an denen 3.779 Menschen starben (Stand: 23. September). Experten gehen allerdings von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle aus. Es grassiert der seltene Bundibugyo-Typ des Virus, für den es bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. An der Berliner Charité wurde dieses Jahr ein Arzt behandelt, der sich im Kongo mit dem Virus infiziert hatte.
Der Virchow-Preis wird seit 2022 jährlich von der gemeinnützigen Virchow Foundation vergeben und zeichnet eigenen Angaben nach herausragende Beiträge zur Verbesserung der globalen Gesundheit aus.