Vivantes hat neun Krankenhausstandorte in Berlin. (Archivbild)
Vivantes hat neun Krankenhausstandorte in Berlin. (Archivbild) Foto: Katharina Kausche/dpa

Berlin (dpa/bb) – An Vivantes-Kliniken sind Beschäftigte seit den frühen Morgenstunden in einen Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft Verdi rief Angestellte aus Gastronomie, Logistik, Reinigung und anderen Bereichen der Vivantes-Tochterunternehmen auf, ihre Arbeit ruhen zu lassen. Ärzte und Pflegefachkräfte zählen nicht dazu. 

Der Warnstreik habe um 5.00 Uhr begonnen, sagte ein Verdi-Sprecher. Wie viele Beschäftigte von Vivantes-Tochtergesellschaften sich beteiligten, konnte er zunächst nicht sagen. Der Warnstreik-Aufruf gilt bis zum Ende der Nachtschicht am Morgen des 28. Februar. 


Patienten müssen damit rechnen, dass planbare Operationen zum Teil verschoben werden, sagte ein Vivantes-Sprecher. Einige der streikenden Beschäftigten sind unter anderem für die Reinigung von Operations-Instrumenten zuständig.

Gericht legt Notdienst-Pläne fest

Im Streit um eine Notdienstvereinbarung zwischen Verdi und Vivantes legte das Arbeitsgericht Pläne für die Notdienste fest und orientierte sich dabei an Anträgen des Arbeitgebers. Vivantes führte ein erhöhtes Infektionsrisiko an, da der mehrtägige Warnstreik die Bereiche Sterilisation und Reinigung betrifft. Ein Sprecher von Verdi sagte am Morgen, man prüfe die Entscheidung des Gerichts und werde gegebenenfalls in Berufung gehen. 

Für Donnerstag ist laut Verdi eine zentrale Kundgebung vor dem Abgeordnetenhaus geplant, wenn das Landesparlament zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt. 

Streit um den Tarifvertrag für Tochterunternehmen

Bei den Vivantes-Tochterunternehmen arbeiten rund 2.200 Beschäftigte. Verdi fordert für sie einen Tarifvertrag, bei dem die Regelungen des Tarifvertrags für Beschäftigte des öffentlichen Diensts in Krankenhäusern (TVÖD-K) eins zu eins auf die Vivantes-Beschäftigten übertragen werden. 

Aktuell verdienen die Beschäftigten der Vivantes-Tochterunternehmen laut Vivantes zwischen 91 und 96 Prozent des Tabellenentgeltes des TVÖD-K. Das Unternehmen hat angeboten, die Tabellenentgelte stufenweise in vier Jahren auf 100 Prozent des TVÖD-Niveaus anzuheben. Doch der Gewerkschaft ist das zu spät. Außerdem gibt es unter anderem Streit über die Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung und zu Jahressonderzuschlägen.

Die Verhandlungen laufen seit Januar. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 6. März vorgesehen.