Der DGB hat auch für dieses Jahr wieder zur Demonstration am 1. Mai, dem Internationalen Tag der Arbeit, in Berlin aufgerufen. (Archivbild)
Der DGB hat auch für dieses Jahr wieder zur Demonstration am 1. Mai, dem Internationalen Tag der Arbeit, in Berlin aufgerufen. (Archivbild) Foto: Christoph Soeder/dpa

Berlin (dpa/bb) – Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat mit Blick auf den Tag der Arbeit am Freitag eine geringe Tarifbindung in Berlin und Brandenburg angeprangert. Die Tarifbindung sei in beiden Ländern mit rund 42 Prozent der Beschäftigten viel zu niedrig, sagte Katja Karger, DGB-Bezirkschefin für Berlin und Brandenburg, vor Journalisten. Nur 16 Prozent der Betriebe zahlen in den beiden Bundesländern laut Karger nach Tarif. 

Karger und Vertreter mehrerer Gewerkschaften kritisierten zudem die Politik für Debatten über Kürzungen am Sozialstaat. «Was wir nicht brauchen, sind die Angriffe auf den Sozialstaat, die aus unserer Sicht im Moment nichts anders sind als ein Ablenkungsmanöver von totaler Ideenlosigkeit», sagte Karger.


Andrea Kühnemann, Landesbezirksleiterin bei Verdi, sprach von den größten Angriffen auf den Sozialstaat und die Daseinsvorsorge seit den 1990er Jahren. «Wir werden unsere hart erkämpften Errungenschaften massiv verteidigen», sagte Karger. 

DGB: Beschäftigte tragen nicht Verantwortung für Krisen

Die Demonstrationen am 1. Mai stellt der DGB unter das Motto «Erst unsere Jobs, dann eure Profite». «Die Beschäftigten tragen nicht die Verantwortung für Krisen oder Fehlentscheidungen – sie sind es, die täglich den Betrieb am Laufen halten. Deshalb fordern wir, dass Arbeitsplätze gesichert und Investitionen in die Zukunft getätigt werden», heißt es dazu im Demo-Aufruf. 

In Berlin startet die Demonstration am Freitag um 11.30 Uhr am Strausberger Platz. Für 12.00 Uhr ist eine Kundgebung vor dem Roten Rathaus geplant, anschließend am selben Ort das Maifest für Familien. Als Hauptredner bei der Kundgebung wurde Robert Feiger, Vorsitzender der IG BAU, angekündigt.