Im Regierungsviertel stehen Menschen bei der Gedenkveranstaltung für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges.
Im Regierungsviertel stehen Menschen bei der Gedenkveranstaltung für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges. Foto: Fabian Sommer/dpa

Berlin (dpa/bb) – In Berlin soll künftig mit einem dauerhaften Gedenkort an die Millionen polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnert werden. Das nationalsozialistische Deutschland hatte vor 87 Jahren auf Befehl Adolf Hitlers das Nachbarland überfallen. Derzeit wird mit einem provisorischen Gedenkstein an das verursachte Leid erinnert.

Ab 2027 soll nun ein dauerhafter Gedenkort entstehen, wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) ankündigte. Für das vom Bundestag beschlossene Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung in Polen 1939-1945 laufe derzeit ein Gestaltungswettbewerb.


Gedenkort soll in der Nähe des Bundeskanzleramts sein

«Im Dezember 2026 wird ein Preisgericht über einen Siegerentwurf beraten», hieß es in der Mitteilung. Das Denkmal soll auf dem Gelände der früheren Krolloper in der Nähe des Bundeskanzleramts entstehen. Im vergangenen Jahr war dort bereits ein temporärer Gedenkort eingerichtet worden.

Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 hatte Hitler den Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Im Nachbarland kamen von 1939 bis 1945 nach Angaben der Bundesregierung mehr als fünf Millionen polnische Staatsbürger ums Leben, darunter etwa drei Millionen jüdische Kinder, Frauen und Männer.

«Die Erinnerung an das unermessliche Leid, das Nazi-Deutschland über Polen und Europa gebracht hat, bleibt eine dauerhafte Verantwortung», teilte auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) mit. Der Gedenkort für die polnischen Opfer in Berlin sei deshalb von besonderer Bedeutung.