Wo sollen all die Studentinnen und Studenten wohnen? (Symbolbild)
Wo sollen all die Studentinnen und Studenten wohnen? (Symbolbild) Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin/Potsdam/Frankfurt (Oder) (dpa/bb) – Das neue Semester an den Hochschulen startet. Zunächst einmal muss man ein Dach über dem Kopf finden, aber dann geht es neben dem Studieren auch um ein warmes Mittagessen und um das Studi-Leben jenseits des Hörsaals. Wie sieht das aus?

Wo kann ich wohnen? Wie ist die Chance auf einen Wohnheimplatz?

Ganz klassisch können viele Studentinnen und Studenten in Wohnheimen eine Bleibe finden. Fast alle Hochschulstandorte bieten sie in Uni-Nähe an. Doch es gibt ein großes Aber: Die Wartelisten sind lang. 600 Bewerberinnen und Bewerbern könnten zum neuen Semester etwa in Potsdam leer ausgehen; mehr als 500 sind es in Cottbus, wie die Studierendenwerke mitteilten. 


«Dabei sind wir in der glücklichen Lage, ein neues Wohnheim auf dem Campus Potsdam Golm zu haben», so eine Sprecherin. Die ersten Studierenden sind dort im Juni eingezogen; angeboten werden Einzimmer-Apartments, Zweier-WGs sowie Familien-Apartments. 3.606 Wohnplätze gibt es im Westen Brandenburgs. Das Studierendenwerk Ost hat an seinen vier Hochschulstandorten 3.776 Wohnplätze.

In Berlin ist die Lage noch angespannter: Hier stellt das Studierendenwerk 9.124 Wohnheimplätze bereit. «Aktuell stehen rund 4.000 Studierende auf der Warteliste», hieß es aber Ende September. Damit war die Zahl kurz vor Semesterstart noch einmal gestiegen. Die Wartezeit betrage etwa ein Jahr.

350 Euro Miete – bei «Wohnen für Hilfe» sogar nur die Nebenkosten

Dass die Wohnheime so beliebt sind, ist logisch, schließlich ist die Miete fast unschlagbar. In Berlin liegt sie im Durchschnitt bei 352 Euro, im Osten Brandenburgs bei 262 Euro und im Westen bei 330 Euro pro Monat.

Bleibt neben dem freien Wohnungsmarkt noch das Programm «Wohnen für Hilfe». Hier helfen die Studierendenwerke, Studentinnen und Studenten in Privathaushalten unterzubringen. In Wohntandems helfen sie dann den Menschen, bei denen sie im Alltag leben, und zahlen etwa nur die Nebenkosten.

Was bietet mir die Mensa?

In Berlin betreibt das Studierendenwerk Dutzende Mensen, Mensa-Backshops und Mensa-Coffeebars an den Hochschulstandorten – sie versorgen etwa 22.000 Gäste pro Tag. Das günstigste Tagesgericht kostet immer 1,75 Euro. 

«Besonders gefragt ist weiterhin das vegetarische und vegane Angebot», heißt es vom Studierendenwerk Brandenburg West. Sieben Einrichtungen bieten sogar ein Frühstücksangebot an sowie warme Gerichte, Snacks und Getränke. Wie stark die Mensen genutzt werden, zeigen die Zahlen von letztem Jahr: Insgesamt wurden 1.169.939 Essen ausgegeben. Das entspricht knapp 5.000 Portionen pro Öffnungstag. Für das günstigste Essen werden 2,15 Euro fällig.

Und was mache ich, wenn ich gerade nicht lerne?

Neben dem Angebot des Hochschulsports von Yoga über Basketball bis hin zu Handstand-Training, den Unis und Co. selbst anbieten, betreiben die Studierendenwerke eigene Kulturstätten. Es gibt Probenräume für Musikfans und Studentenclubs für Partys. Cottbus etwa hat die Kleinkunstbühne «Bühne acht», auf der eigene Theaterstücke gezeigt werden. In Frankfurt (Oder) bietet das «Stuck» Raum für Veranstaltungen und kulturellen Austausch.

In Berlin gibt es neben Theater- und Improgruppen auch Musical-, Zeichen- und Tanz-Kurse. Wer will, kann bei der Talentshow «Mix It! Open Stage» mitmachen oder im Pop-Chor «Unität» mit mehr als 200 studentischen Mitgliedern singen.

Das neue Wintersemester beginnt in Berlin und Brandenburg offiziell an diesem Donnerstag (1. Oktober). An den meisten Hochschulen, etwa an Humboldt-Universität, Freier Universität und Technischer Universität sowie Universität Potsdam und Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), startet die Vorlesungszeit dann am 12. Oktober.