
Cottbus (dpa/bb) – Die Zornesröte stand Claus-Dieter Wollitz auch noch beim TV-Interview im Gesicht. Schon beim obligatorischen Mannschaftskreis nach dem Schlusspfiff hatte der Trainer des FC Energie Cottbus wild mit der Faust in die eigene Handfläche geschlagen. Wollitz war sauer. «Selber schuld», lautete sein knapper Kommentar zum 1:1 (1:1) gegen den FC St. Pauli.
Trotz langer Überzahl hatte sein Team einen Sieg verschenkt. Der Aufsteiger führte nach der Gelb-Roten Karte für St. Paulis Tomoya Ando (21. Minute) lange, musste dann aber noch den Ausgleich durch Martijn Kaars (80.) zum 1:1 (1:0) hinnehmen. Justin Butler (37.) hatte Cottbus in Führung gebracht.
Acht Punkte zur Länderspielpause
Die Lausitzer gehen mit acht Punkten als Siebter dennoch mit einer ordentlichen Bilanz in die Länderspielpause der 2. Fußball-Bundesliga – einen Punkt und einen Platz vor dem Bundesliga-Absteiger St. Pauli.
Aber es hätte eben nach dieser Partie noch mehr sein können. «Ansonsten war das ein Spiel zwischen beiden Sechzehnern ohne wenig Esprit, ohne wenig Intensität, ohne schnelle Ballzirkulation, zumindest von unserer Seite», schimpfte Wollitz bei Sky.
Den Fokus wird er perspektivisch auf die Verbesserung der Defensive legen. Cottbus hat so viele Gegentore kassiert wie Schlusslicht Darmstadt 98 (13), aber immerhin so viele erzielt wie der 1. FC Heidenheim auf Platz drei (14).
Andos Platzverweis verändert das Spiel
Knackpunkt der Partie gegen St. Pauli war der frühe Platzverweis für Ando nach zwei Foulspielen an der Strafraumgrenze innerhalb von vier Minuten, die man laut Wollitz bewusst provoziert habe. Zuvor waren die Hamburger mit mehreren Kontern gefährlicher in die Partie gestartet.
Cottbus versäumte es, frühzeitig für die Entscheidung zu sorgen. St. Paulis Torwart Ben Voll rettete in höchster Not gegen Henry Rorig (70.). Und so wurde es in der Schlussphase noch mal spannend, und Kaars bestrafte die Hausherren mit seinem Kopfballtor. Das ärgerte nicht nur Wollitz. «Wir haben unglücklich den Dreier hergegeben. Deswegen habe ich zu Hause nicht so viel zu erzählen», sagte Torschütze Butler.
