Erstmals seit Jahren weitet die BVG das Angebot im Berliner Busverkehr wieder aus. (Archivbild)
Erstmals seit Jahren weitet die BVG das Angebot im Berliner Busverkehr wieder aus. (Archivbild) Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Berlin (dpa/bb) – Im Berliner Busverkehr verbessert sich erstmals seit Jahren wieder das Angebot – dank einer stabileren Personalsituation bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). So fährt die Linie M77 fortan knapp fünf Kilometer weiter, über Alt-Mariendorf hinaus bis zum S- und U-Bahnhof Hermannstraße, sagte BVG-Chef Henrik Falk. 

Die Linie X33, die zwischen Spandau und Reinickendorf unterwegs ist, fährt demnach abends länger und tagsüber in dichterer Taktung. 


Für Fahrgäste in Charlottenburg nimmt die einst eingestellte Linie 310 wieder den Betrieb auf. Sie ist den Angaben zufolge künftig zwischen U-Bahnhof Wilmersdorfer Str./S-Bahnhof Charlottenburg und U-Bahnhof Blissestraße/Uhlandstraße unterwegs.

Erstmals seit Jahren gebe es im Busverkehr damit wieder eine Angebotsausweitung, sagte Falk. Das zeige, dass sich das Unternehmen Schritt für Schritt in die richtige Richtung bewege. Die BVG habe kein Engpassproblem mehr beim Personal. Insbesondere im Fahrbetrieb bei U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen gebe es inzwischen wieder ausreichend Fahrerinnen und Fahrer.

Busangebot 2022 erstmals reduziert

Aufgrund eines Fahrermangels hatte die BVG im Jahr 2022 den Busverkehr auf mehr als 30 Linien eingeschränkt. Im November 2023 kündigte das Verkehrsunternehmen eine weitere Fahrplanausdünnung an, die zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2023 in Kraft trat. Das Unternehmen reduzierte das Busangebot damals insgesamt um sechs Prozent.

Stabilisiert hat sich auch die Situation im U-Bahnverkehr. Im ersten Halbjahr lag die Zuverlässigkeit wieder bei rund 98 Prozent. Rechnet man Streiks und andere Faktoren raus, waren es den Angaben zufolge 98,5 Prozent. Mittelfristig will die BVG wieder eine Quote von 99 Prozent erreichen. Die Zuverlässigkeit beschreibt, wie viele geplante Fahrten tatsächlich durchgeführt werden. 

Weniger Fortschritte bei Pünktlichkeit

Aufgrund eines überalterten Fuhrparks war die Zuverlässigkeit in den vergangenen Jahren im U-Bahnverkehr stark eingebrochen. Zeitweise verkehrten weniger als 90 Prozent der geplanten Züge. Im Gesamtjahr 2025 lag die Zuverlässigkeit den Angaben zufolge bei lediglich 94,3 Prozent.

Weniger Fortschritte gab es hingegen bei der Pünktlichkeit. Im ersten Halbjahr waren der BVG zufolge 86,8 Prozent der U-Bahnen pünktlich. Das waren nur 0,2 Prozentpunkte mehr als im Gesamtjahr 2025. Als pünktlich gilt ein Zug seit 2025, wenn er zwischen 60 Sekunden vor und 210 Sekunden nach der im Fahrplan veröffentlichten Soll-Abfahrtszeit aus dem Bahnhof ausfährt.