
Berlin (dpa/bb) – Die Mitglieder des Verbands Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Wohnungen fertiggestellt als noch ein Jahr zuvor, werden das Niveau nach aktuellem Stand aber nicht halten können. Der Verband geht davon aus, dass im laufenden Jahr etwas mehr als 5.500 neue Wohnungen von den Mitgliedsunternehmen in Berlin fertiggestellt werden – nach mehr als 5.900 im vergangenen Jahr. 2027 könnte der Wert nach aktuellen Planungen drastisch auf 3.940 sinken. Insgesamt wurden in Berlin im vergangenen Jahr rund 11.000 Wohnungen fertiggestellt.
«Damit stammt mehr als jede zweite 2025 in Berlin fertiggestellte Wohnung von
einem Unternehmen der sozialen Wohnungswirtschaft», teilte der BBU mit. Der Verband vertritt kommunale, kirchliche, genossenschaftliche sowie privatwirtschaftliche Akteure. Sie stehen in der Hauptstadt für fast 45 Prozent des Mietwohnungsbestands.
Baubeginn für mehr als neue 7.500 BBU-Wohnungen in diesem Jahr
Für das laufende Jahr planen die Unternehmen Investitionen von 3,7 Milliarden Euro – 15,1 Prozent mehr als vergangenes Jahr. Fast 900 Millionen Euro fließen davon in die Modernisierung von Gebäuden, knapp 1,7 Milliarden Euro in den Neubau. Die Instandhaltung und Instandsetzung schlägt mit 1,1 Milliarden Euro zu Buche.
Hoffnung für den angespannten Berliner Wohnungsmarkt macht die Zahl der Baubeginne, die von 3.242 im Jahr 2024 auf mehr als 6.500 im vergangenen Jahr gesteigert werden konnte. Im laufenden Jahr könnte sie noch weiter auf 7.558 nach oben gehen.
Verband gegen Enteignungen
Der Verband hält die Sorgen um bezahlbares Wohnen für berechtigt, sieht in Vergesellschaftungen aber den falschen Weg. «Enteignung schafft keine einzige zusätzliche Wohnung, und keine bestehende wird dadurch günstiger», sagte BBU-Vorständin Maren Kern laut Mitteilung. Sinnvoller sei ein Dreiklang aus mehr Neubau, konsequenter Durchsetzung des geltenden Mietrechts und mehr Transparenz bei den Energiekosten.
Gegen die «schwarzen Schafe» am Mietmarkt schlägt der Verband vor, die Ahndung von Mietpreisüberhöhung zu erleichtern und Mieterberatung sowie Mietpreisprüfstelle zu stärken.