Der Zug startete laut Polizei mit rund 150 Teilnehmern. (Symbolbild)
Der Zug startete laut Polizei mit rund 150 Teilnehmern. (Symbolbild) Foto: Lilli Förter/dpa

Berlin (dpa/bb) – Bei einer pro-kurdischen Demonstration mit mehreren Hundert Menschen zur Lage in Nordsyrien ist es in Berlin-Wedding zu Ausschreitungen gekommen. Es flogen Flaschen, Steine und Holzlatten, wie die Polizei mitteilte. Ein Polizist wurde demnach am Kopf getroffen, konnte seinen Dienst aber fortsetzen. Im Laufe der Demonstration am Sonntag seien fünf Personen vorläufig festgenommen und vier Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden: zwei wegen des Verdachts der Körperverletzung und wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und zwei wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs.

Wie es zu den Ausschreitungen kam

Nach Angaben eines Polizeisprechers versammelten sich rund 650 Menschen unter dem Motto «Solidarität mit Rojava und der Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens». Zu den Ausschreitungen sei es gekommen, als die Demonstrantinnen und Demonstranten in der Schulstraße an einem Haus vorbeizogen, an dem eine türkische Fahne gehangen habe. Außerdem habe ein Bewohner des Hauses den sogenannten Wolfsgruß gezeigt – ein Handzeichen, das als ein Erkennungssymbol der ultranationalistischen türkischen «Grauen Wölfe» gilt.


Was ist der Hintergrund?

In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Demonstrationen gegen die Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung in Syrien. Hintergrund ist die zugespitzte Lage in Nordsyrien mit Regierungstruppen und ihren Verbündeten auf der einen Seite sowie den kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) auf der anderen.

Kurden leben vor allem im Südosten der Türkei, aber auch im Iran, im Irak sowie in Syrien. Die Kurden im Gebiet Rojava – so wird der kurdisch verwaltete Nordosten Syriens bezeichnet – wollen ihren Traum von einem eigenen Staat verwirklichen. Die Regierung unter Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa will hingegen einen zentralistischen Staat aufbauen.