
Berlin (dpa) – Der Künstler Ai Weiwei (69) bekommt im nächsten Jahr eine Ausstellung auf der Berliner Museumsinsel. Im Bode-Museum werde er sich mit der Sammlung des Hauses auseinandersetzen, kündigte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz an. Die Ausstellung soll Anfang Mai 2027 öffnen, etwa zwei Wochen vor seinem 70. Geburtstag. Es soll um Fragen nach Macht und Widerstand, Zugehörigkeit und Ausgrenzung gehen, wie Stiftungspräsidentin Marion Ackermann sagte.
Das Bode-Museum beherbergt die Skulpturensammlung, das Museum für Byzantinische Kunst und das Münzkabinett. Bis Anfang Oktober wird dort auch noch ein Porträt von Ex-Kanzlerin Angela Merkel ausgestellt, das viele Besucherinnen und Besucher anzieht.
Ai Weiwei sei vor zwei Jahren von ihnen eingeladen worden, sich mit dem Bode-Museum und seinen Exponaten auseinanderzusetzen, sagte Museumsdirektorin Antje Scherner. Für die Ausstellung habe er etwa 100 künstlerische Positionen ausgewählt, darunter bekannte Schlüsselwerke, neu geschaffene Werke und Objekte aus seiner Privatsammlung.
Der chinesische Künstler hatte sein Land verlassen, weil er dort politisch verfolgt wurde, und lebt seit mehreren Jahren in Europa. Mit seinen Ansichten macht er immer wieder Schlagzeilen. So hatte er etwa auch westlichen Ländern Einschränkung der Meinungsfreiheit vorgeworfen und die Bundesregierung für ihre Haltung im Gaza-Krieg kritisiert.
Was die Museen nächstes Jahr noch planen
Die Staatlichen Museen zu Berlin stellten am Mittwoch ihr Programm für das kommende Jahr vor. Im Juni 2027 soll der erste Teil des Pergamonmuseums wieder eröffnen und der Pergamonaltar wieder zu sehen sein. Die Sanierung des restlichen Gebäudes wird noch ein Jahrzehnt dauern.
Die Neue Nationalgalerie plant eine Retrospektive der Künstlerin Katharina Sieverding (84), der Hamburger Bahnhof widmet sich den Lichtskulpturen des US-Amerikaners James Turrell (83) und Künstler Jonathan Meese (56) soll am Kulturforum einen «Buchvulkan» installieren. Die Gemäldegalerie schaut auf den englischen Maler Thomas Gainsborough, dessen 300. Geburtstag im kommenden Jahr gefeiert wird. «Wir werden vermutlich die bedeutendste Ausstellung auf dem europäischen Festland dazu zeigen», sagte Ackermann.
Die Alte Nationalgalerie widmet sich dem Schweizer Maler Arnold Böcklin, der vor 200 Jahren geboren wurde. Erstmals würden vier erhaltene Fassungen seines berühmten Motivs der «Toteninsel» aus Basel, Berlin, Leipzig und New York zusammen gezeigt, hieß es. Im Programm der Museen stehen etwa auch eine Ausstellung zu Lucas Cranach dem Älteren und eine Kinderbiennale.