Nach 23 Jahren Profi-Fußball muss der FC Erzgebirge Aue einen Neustart planen. Auch gegen Wiesbaden reicht es nicht für einen Sieg. (Archivbild)
Nach 23 Jahren Profi-Fußball muss der FC Erzgebirge Aue einen Neustart planen. Auch gegen Wiesbaden reicht es nicht für einen Sieg. (Archivbild) Foto: Robert Michael/dpa

Leipzig (dpa) – 

Totenstille: Aue steigt nach 23 Jahren Profi-Fußball ab

Nach Abpfiff herrschte kurz Totenstille im Erzgebirgsstadion. Der Kumpelverein aus Aue ist nach 23 Jahren Profi-Fußball abgestiegen. Auch gegen den SV Wehen Wiesbaden gelang der erste Drittliga-Sieg 2026 nicht. Das 2:2 besiegelte den Abstieg. Und das ausgerechnet im Jahr des 80. Vereinsjubiläums. «Ich bin Realist und wusste, worauf ich mich einlasse. Trotzdem haben die Jungs Gas gegeben. Das macht Hoffnung für die Zukunft», sagte Interimstrainer Chwitscha Schubitidse bei MagentaSport und meinte zu seiner Zukunft: «Ich gehe davon, dass innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen alles zur Zukunft geklärt ist. Das ist mein Herzensverein! Wenn ich helfen kann, helfe ich gern!». 


Laut Präsident Thomas Schlesinger ist eine Zukunft mit ihm «eine Option». Zudem habe man «mit allen Spielern gesprochen». Selbstkritisch meinte der Funktionär nach dem Abstieg: «Wir hatten uns als Vorstand weitestgehend aus dem Sport herausgehalten. Wir müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir nicht früher auf die Stimmen hörten, die meinten: Ein Vorstand muss wissen, was in der Kabine los ist. Wir hätten als Vorstand eher Tacheles reden müssen.» Durch das Remis bleibt Aue als einziges Team aller 54 deutschen Proficlubs 2026 ohne Sieg.

Moritz Flotho (24. Minute) und Tarik Gözüsirin (78.) hatten die Hessen jeweils in Führung gebracht, Tristan Zobel (27.) und Moritz Seiffert (85.) sorgten für die Auer Ausgleichstreffer. In der 69. Minute sah Wiesbadens Niklas May nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. 

Hansa wird daheim deklassiert: «Absolute Katastrophe»

Hansa Rostock ist daheim deklassiert worden. Gegen den SSV Jahn Regensburg erlitt die Kogge mit 2:5 (0:3) Schiffbruch. «Es ist eine absolute Katastrophe, dass du so ein Heimspiel ablieferst mit so vielen entscheidenden Fehlern», sagte Trainer Daniel Brinkmann. Eine Woche nach dem enttäuschenden 0:0 gegen den bereits abgestiegenen 1. FC Schweinfurt 05 zeigte Hansa erneut eine ernüchternde Leistung. Nach den Gegentreffern von Oscar Schönfelder (12.) sowie dem überragenden Eric Hottmann (43./45.+5/49.) deutete sich das Debakel früh an. 

Christian Kinsombi (51.) sowie ein Eigentor von Regensburgs Leopold Wurm (56.) sorgten noch einmal für Hoffnung. Doch Hottmann erzielte in der Schlussphase sein viertes Tor (87.). Rostocks Sportdirektor Amir Shapourzadeh hatte schon zur Pause wegen Meckerns noch die Rote Karte gesehen. Damit hat sich Rostock aus dem Aufstiegskampf verabschiedet. «Es wurde hundertfach angesprochen, dass wir in der Box dabei sind. Dann kannst du so eine Scheiße nicht abliefern. Du brauchst dich dann nicht wundern, dass du fünf Gegentore in einem Heimspiel kriegst. Das ist peinlich, nicht Hansa-like und nicht würdig», meinte Brinkmann. 

Kölner Junge führt Energie zum Erfolg

Ausgerechnet ein gebürtiger Kölner hat maßgeblich für einen Rekordsieg des FC Energie Cottbus gesorgt. Bei Viktoria Köln gewannen die Lausitzer mit 2:0 und feierten damit den noch nie zuvor geschafften 19. Saisonerfolg. Vater des Sieges war Abwehrmann King Manu, der das zweite Tor schoss, obwohl er zuvor die fünfte Gelbe Karte gesehen hatte und damit beim Top-Spiel beim MSV Duisburg am nächsten Sonntag fehlen wird.

«Er ist ein fantastischer Mensch. Ich freue mich total für ihn, dass er das Tor gemacht hat», sagte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz bei MagentaSport und erklärte: «King Manu ist einer der interessantesten Spieler. Er hat eine positive Arroganz. Er spielt die erste Saison durchgehend, hat keine Verletzungen, ist ein absoluter Wohlfühl-Spieler.

Manu selbst blieb bescheiden, stellte das Team in den Vordergrund. «Wir sind Mentalitätsmonster, die Mannschaft mit der besten Mentalität. Wir haben sehr viel Analyse betrieben, sehr viel miteinander gesprochen. Zum Glück sind wir zum Ende der Saison noch abgeklärter geworden», sagte Manu. Für den Rest der Saison versprach er Vollgas: «Drei Spiele, neun Punkte, wir haben alles in der eigenen Hand.»