Berlin (dpa) – Fußball-Zweitligist Hertha BSC untersagt Stadion-Vlogs bei Heimspielen. Die Hertha werde den Umgang mit kommerziell produzierten und monetarisierten Stadion-Vlogs nicht mehr gestatten, teilte der Club mit. «Stadionbesuche bei Hertha BSC sollen vor allem eines sein: ein gemeinsames Fußballerlebnis. Fans sollen die Spiele, die Atmosphäre und die Unterstützung der Mannschaft erleben können, ohne dass das Stadiongeschehen von Kameras für kommerzielle Content-Produktionen begleitet wird.»
Private Foto- und Videoaufnahmen für persönliche Zwecke bleiben laut dem Verein aus der Hauptstadt weiter möglich. Schon im August hatte Ligakontrahent Dynamo Dresden kommerzielle Stadion-Vlogs untersagt. Nun zieht die Hertha nach.
Hertha: Medienrechte sind bindend
Grundlage dafür sind nach Angaben des Clubs die geltenden Ticket- und Stadionbestimmungen sowie die bestehenden Medien- und Verwertungsrechte. Für die Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga gelten die Vorgaben der Bundesliga-Gruppe zur individuellen Nutzung und Verwertung medialer Vermarktungsrechte.
«Als Verein unterliegt Hertha BSC bei der Produktion und Veröffentlichung eigener Spieltagsinhalte selbst diesen Vorgaben. Eine eigenständige kommerzielle Verwertung von Spieltags- und Stadioninhalten durch Dritte kann daher nicht ohne entsprechende Zustimmung des Vereins erfolgen», hieß es. Der Hauptstadtclub werde künftig von seinem Hausrecht Gebrauch machen und die bestehenden Bestimmungen entsprechend umsetzen.
Die Beschwerden häufen sich
Viele Internet-Stars verdienen mit ihren persönlichen Videotagebüchern aus dem Stadion Geld. Sie arbeiten dabei auch mit Werbepartnern und Agenturen zusammen. Die Vlogger würden ihre Fußballbegeisterung zeigen, den Fans zu Hause verschiedene Städte und Kulturen näherbringen und versuchen, die Stadionatmosphäre möglichst authentisch einzufangen, argumentieren sie. Ihre Clips bekommen viele Likes und werden im Internet fleißig kommentiert. Die Beschwerden häufen sich aber auch. Viele Stadionbesucher fühlen sich dadurch gestört.