
Berlin (dpa/bb) – Knapp sechs Monate nach den tödlichen Schüssen auf einen 29-Jährigen vor einem Imbiss in Berlin-Lichtenberg hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Dem 65-Jährigen wird unter anderem Totschlag, versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Er soll Mitte November einen 29 Jahre alten Mann erschossen und einen weiteren 28-Jährigen durch Schüsse schwer verletzt haben.
Der Angeschuldigte geriet laut Anklage damals vor einem Imbiss an der Franz-Jacob-Straße mit dem 28-Jährigen sowie zwei weiteren Personen in Streit. Er soll dann unvermittelt eine Schusswaffe gezogen und zweimal den 28-Jährigen am Oberkörper getroffen haben. Der 29-Jährige befand sich etwas abseits und versuchte wegzulaufen, wurde jedoch durch einen weiteren Schuss am Hinterkopf getroffen und starb zwei Tage später im Krankenhaus.
Angeschuldigter schweigt bisher
Nach einer Flucht wurde öffentlich nach dem 65-Jährigen gefahndet. Knapp zwei Wochen später stellte er sich. Laut dem Fahndungsaufruf soll er Armenier sein. Der Angeschuldigte hat sich laut Staatsanwaltschaft nicht zu den Tatvorwürfen geäußert und sitzt in Untersuchungshaft. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet nun das Landgericht.