In der Nacht zum Samstag haben Unbekannte in Berlin diverse Wahlplakate zerstört. (Symbolbild)
In der Nacht zum Samstag haben Unbekannte in Berlin diverse Wahlplakate zerstört. (Symbolbild) Foto: Malin Wunderlich/dpa

Berlin (dpa/bb) – Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt zu zahlreichen Fällen von beschädigten Wahlplakaten, die sich an diesem Wochenende in Berlin zugetragen haben. Unbekannte haben Plakate zur Wahl zum Abgeordnetenhaus nach Angaben der Polizei von Laternen gerissen, beschädigt und teilweise verbrannt. Fast alle größeren Parteien waren demnach betroffen. Auch Parteimitarbeiter wurden angegriffen.

Bereits am späten Freitagabend wurden die Beamten zunächst nach Reinickendorf alarmiert. Auf dem Mittelstreifen der Lindauer Allee wurden zwei Großplakate von CDU und SPD mit Farbe besprüht. Unbekannte hätten auf beide Plakate das Wort «Nazi» und die Zahlenkombination 161 gesprüht, sagte der Polizeisprecher.


Fast alle größeren Parteien betroffen

Am Samstagmorgen beobachtete dann eine Anwohnerin in Schöneberg eine weitere Zerstörung: An der Großgörschenstraße zur Ecke Katzlerstraße hätten Unbekannte zwei CDU-Plakate von einer Laterne gerissen und beschädigt. Die Beamten fanden die demolierten Reste auf dem Gehweg.

Eine Stunde später brannten ebenfalls in Schöneberg Wahlplakate an der Kulmer Straße, die vorher an einem Laternenmast hingen. Es sei nicht mehr erkennbar, welche Partei hier betroffen war, sagte der Polizeisprecher. Die Plakate aus Kunststoff seien vollständig verbrannt.

Am Samstagnachmittag fanden die Beamten an der Müggelheimer Straße in Köpenick ein zerschnittenes CDU-Plakat. Kurz zuvor meldete ein Zeuge in Zehlendorf, ein 54-Jähriger habe an der Onkel-Tom-Straße ein Wahlplakat der Linken von einem Lichtmast gerissen. Er soll dort vorher zu lauter Musik getanzt haben. Ein Atemalkoholtest durch die alarmierten Beamten ergab demnach 2 Promille.

In der Nacht zum Sonntag wurde zudem ein SPD-Plakat an der Uhlandstraße in Charlottenburg mit NS-Symbolen beschmiert. In Reinickendorf gingen an der Klemkestraße mehrere AfD-Plakate in Flammen auf. Lichtmasten wurden dadurch beschädigt.

Auch Parteimitarbeiter sollen attackiert worden sein

Bereits am Samstagvormittag soll ein 57-Jähriger einen Mitarbeiter am AfD-Stand an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg beleidigt haben. Eine AfD-Mitarbeiterin stellte außerdem Anzeige, weil ein 41-jähriger Mann sie am Arm festgehalten haben soll. Mit der anderen Hand soll er den Angaben zufolge Info-Material der Partei aus ihrer Hand zerrissen haben.

Die Linke berichtet von einem Überfall auf drei Wahlkampfhelfende im Allende-Viertel in Köpenick. Beim Befestigen von Wahlplakaten seien sie von zwei Männern beleidigt, bedroht und angegriffen worden. Einer der Mitarbeiter wurde verletzt, Wahlplakate beschädigt. «Als Landesverband nehmen wir solche Vorfälle sehr ernst und werden erneut mit unseren Mitgliedern über Sicherheitsmaßnahmen im Wahlkampf sprechen», teilte die Partei mit. Von den Ermittlungsbehörden erwarte man «konsequente Arbeit, damit die Täter ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden können».