In Oranienburg kam es zu einem Pfefferspray-Angriff auf Mitglieder der Linksjugend. Die Polizei leitete eine Fahndung ein. (Symbolbild)
In Oranienburg kam es zu einem Pfefferspray-Angriff auf Mitglieder der Linksjugend. Die Polizei leitete eine Fahndung ein. (Symbolbild) Foto: Soeren Stache/dpa

Oranienburg (dpa) – Mitglieder der Linksjugend sind in der Geschäftsstelle der Linkspartei in Oranienburg nördlich von Berlin mit Pfefferspray attackiert worden. Die Polizei sucht seit dem Nachmittag nach drei Personen. Eine von ihnen soll kurz vor dem Pfefferspray-Angriff im Parteibüro der Linken gefragt haben, ob man hier AfD wählen könne, sagte ein Sprecher der Polizei nach ersten Erkenntnissen. 

Nach dem Angriff kam eine Person laut Polizeiangaben ins Krankenhaus, eine weitere wurde ambulant behandelt. Die Polizei leitete eine Fahndung nach den Tätern ein, die am frühen Abend noch andauerte. Der Vorfall soll sich um kurz nach 14.00 Uhr ereignet haben, wie ein Dienstgruppenleiter der Polizei sagte. Ein politisches Motiv liege auf der Hand. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern aber an.


Täter aus rechtem Spektrum? 

In einem Instagram-Beitrag der Linken Oberhavel hieß es: «Wir lassen uns nicht einschüchtern.» Der stellvertretende Landesvorsitzende der Linken Brandenburg und jugendpolitische Sprecher, Marek Lipp, sagte der dpa, es handle sich vermutlich um Personen, die dem rechten Spektrum zuzuordnen seien. Er habe sich die Situation von anwesenden Mitgliedern der Linksjugend schildern lassen, die sich dort regelmäßig träfen. «Es ist alles sehr schnell passiert», sagte Lipp. Vor Wochen habe es schon einmal eine Provokation vor der Geschäftsstelle gegeben.

Der Sprecher der Polizei sagte nach den ersten Erkenntnissen zum Ablauf der Tat, im Parteibüro der Linken hätten sich vier Personen aufgehalten, als sich von außen drei Männer näherten. Einer von ihnen sei dann hineingegangen und habe mit der Äußerung zur AfD provoziert. Er sei aufgefordert worden, das Büro zu verlassen. Schließlich soll er Pfefferspray gesprüht haben. Alle drei Personen seien daraufhin weggerannt. 

Linke reagiert mit Forderung an Innenminister

In einer schriftlichen Mitteilung nach dem Vorfall beklagte der Landesverband der Linken in Brandenburg eine Zunahme rechter Gewalt. «Innerhalb weniger Wochen ist das nun der zweite Angriff auf das Büro der Linken in Oranienburg durch extrem rechte Gewalttätige», erklärte der stellvertretende Vorsitzende Lipp darin. Auch anderswo nehme diese Gewalt zu. «Ich fordere Innenminister Redmann dazu auf, einen Aktionsplan gegen extrem rechte Gewalt vorzulegen, um gegen diese besorgniserregende Entwicklung vorzugehen. Das wäre wesentlich wichtiger als das Aufhängen von Nationalflaggen», so Lipp. 

Er nahm dabei Bezug auf einen Vorstoß von CDU-Innenminister Jan Redmann, der seit dem 3. Oktober – dem Tag der Deutschen Einheit – eine dauerhafte Beflaggung von seinem Ministerium und anderen Behörden anordnete.