Brandenburgs AfD-Landesvorsitzender René Springer nennt die Ziele der neuen Politischen Akademie der Partei. (Archivbild)
Brandenburgs AfD-Landesvorsitzender René Springer nennt die Ziele der neuen Politischen Akademie der Partei. (Archivbild) Foto: Michael Brandt/dpa

Blankenfelde-Mahlow (dpa/bb) – Die AfD untermauert mit dem Start einer neuen Akademie in Brandenburg ihren Willen auf eine künftige Regierungsverantwortung im Bund und in den Ländern. Die «Politische Akademie Brandenburg» sei ein mehrjähriges Schulungsprogramm für ausgewählte Mitglieder des AfD-Landesverbands, heißt es aus dem Landesverband. Der Auftakt ist heute in Blankenfelde-Mahlow südlich von Berlin.

«Im Mittelpunkt steht die Vorbereitung auf politische Verantwortung», sagte der AfD-Landesvorsitzende René Springer. «Für die Auswahl gilt der Grundsatz der Qualität vor Quantität.» Für die Veranstaltungen könne die AfD auf einen länderübergreifenden Kreis fachlich qualifizierter Referenten und professioneller Trainer zurückgreifen.


Von Fachwissen bis Ideenschmiede

Die Einrichtung richte sich vor allem an politisch engagierte Nachwuchskräfte und Mitglieder, die perspektivisch bereit seien, weitergehende Verantwortung zu übernehmen, heißt es aus dem Landesverband. Dazu machen die Kreisverbände oder die Jugendorganisation Generation Deutschland Vorschläge. Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft den AfD-Landesverband als rechtsextremistisch ein. Die Partei geht dagegen juristisch vor. Sie liegt in Umfragen in Brandenburg wie bundesweit derzeit vorn.

Die Grundlagenschulung ist auf zwei Jahre angelegt. Dabei wird politisches und parteiinternes Fachwissen vermittelt, praktische und persönliche Fertigkeiten werden trainiert. Eine Ideenschmiede namens «Renovatio» soll Raum für Austausch und Diskussion bieten.

«Zum Fachwissen gehören Aufbau und Organisation des deutschen Staates, aber auch wichtige Fragen für die praktische Übernahme politischer Verantwortung wie die Führung von Ministerien und Haushaltsfragen sowie der Umgang mit dem Verfassungsschutz», sagte Springer.

Mehrere AfD-Akademien existieren bereits

Bundesweit und in Bayern und Thüringen gibt es bisher ähnliche Akademien der AfD. Im vergangenen Jahr nahm eine bundesweite Kaderschmiede in Berlin die Arbeit auf, die «Schwarz-Rot-Gold Akademie GmbH». Der AfD-Bundesschatzmeister und Brandenburger Bundestagsabgeordnete Hannes Gnauck kümmert sich um die Organisation.

Für den Aufbau der Akademie in Brandenburg ist neben Gnauck und Springer auch der ehemalige Berater von Parteichefin Alice Weidel, Roland Hartwig, zuständig. Er hatte 2023 am sogenannten Potsdamer Treffen von Rechten und Rechtsextremen teilgenommen, über das die Rechercheplattform «Correctiv» berichtete. Die AfD entschied nach ersten Veröffentlichungen über das Treffen, einen Vertrag mit Hartwig aufzulösen.