Michel Aebischer will mit Union Berlin in der Tabelle klettern. (Archivbild)
Michel Aebischer will mit Union Berlin in der Tabelle klettern. (Archivbild) Foto: Julius Frick/dpa

Berlin (dpa) – Michael Aebischer will seine in Italien gemachten negativen Erfahrungen bei Fußball-Bundesligist Union Berlin in etwas Positives umwandeln. Der Schweizer Mittelfeldspieler, der in der vergangenen Saison mit dem SC Pisa aus der Serie A abstieg, will einen zweiten Abstieg hintereinander unbedingt vermeiden. «Es ist nicht einfach, gegen den Abstieg zu spielen. Meine Negativ-Erfahrungen vom letzten Jahr werden aber meiner Mannschaft in bestimmten Situationen helfen», sagte der 29 Jahre alte Nationalspieler.

Die gute Leistung in der ersten Halbzeit am vergangenen Wochenende beim 1:1 gegen den 1. FC Köln soll es am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) beim SC Freiburg über 90 Minuten auf den Platz gebracht werden. 


Von Freiburg nach Fribourg

«Dann können wir ihnen Probleme bereiten. Wir wissen, dass sie eine super Mannschaft sind, darum müssen wir aber erst einmal hinten gut stehen», sagte der 47-malige Nationalspieler. Er wird anschließend zweieinhalb Stunden mit dem Auto aus dem Breisgau in seine Heimat Fribourg im Üechtland fahren, ehe er zur Nationalmannschaft weiterreist.

Dass Union seinen Rhythmus mit der neuen Spielphilosophie noch nicht gefunden hat, nimmt Aebischer als gegeben hin. Der Schweizer, der am liebsten zwischen der Sechs und der Acht agiert, nimmt den FC Thun, die frühere Mannschaft des neuen Union-Trainers Mauro Lustrinelli, zum Vorbild. Da habe zuerst auch nicht alles geklappt, aber in der abgelaufenen Spielzeit passte der Trainer den Spielstil an und führte den krassen Außenseiter zum Meistertitel. 

Anpassungen nahm Lustrinelli nach 17 Gegentoren in den ersten vier Spielen auch bei den Köpenickern vor. So hat Aebischer im Spiel mit dem Ball ganz andere Aufgaben als im Spiel ohne. «Ohne Ball bin ich auf der Doppelsechs – mit Ball auf der zehn», sagt Profi, der gerne in den freien Räumen agiert – sowohl defensiv als auch offensiv. Das brachte ihm in Italien den Spitznamen «L’equilibratore» eingebracht, zu Deutsch der Ausgleicher.

Kleiner Aufschwung gegen Köln

Für mehr Ausgleich hat Aebischer ab dem fünften Spieltag mit gesorgt. Seitdem gab es einen Sieg für Union und drei Unentschieden sowie lediglich zwei Gegentore. Nach dem herben 0:5-Dämpfer im DFB-Pokal beim 1. FC Köln hat Lustrinelli die älteren Spieler in die Verantwortung genommen und verlangt, dass sie besser agieren. 

Das darauffolgende 1:1 gegen die Domstädter in der Liga habe schon einen kleinen Aufschwung gezeigt, den Union nun auch in Freiburg fortsetzen möchte. In den vergangenen beiden Spielzeiten gelang Union jeweils ein Auswärtssieg bei den Badenern. Aebischer würde das für diese Saison «auch unterschreiben».