Berlin (dpa/bb) – Mit Liedern wie «Ich will ’nen Cowboy als Mann» wurde Sängerin Gitte Hænning in Deutschland berühmt. Mehr als sieben Jahrzehnte später steht die gebürtige Dänin mit 79 Jahren noch immer auf der Bühne. Am 29. Mai präsentiert sie im Tipi am Kanzleramt ihr Jubiläumsprogramm «Ich bin stark». Im Juni dieses Jahres wird sie 80 Jahre alt.
Bereits als Achtjährige trat sie gemeinsam mit ihrem Vater auf. In dieser Zeit habe es natürlich «Ups and Downs», also Höhen und Tiefen, gegeben, sagt sie der Deutschen Presse-Agentur. Diese gehören aber dazu, ohne sie wäre das Leben langweilig.
Immer wieder neu erfinden
Vielleicht spricht Hænning deshalb auch darüber, in Bewegung zu bleiben. Nach schwierigen Phasen sei sie immer wieder auf Entdeckungsreise gegangen. Stillstand wolle sie vermeiden. Man müsse sich «immer, immer, immer» neu erfinden – im Leben wie in der Musik. Diese Haltung prägt auch ihr Jubiläumsprogramm.
So singt sie: «Ja, ich ball meine Faust und sag: Ich bin stark» oder «Ich will nicht viel, ich will mehr». Die beiden Titel «Ich bin stark» und «Ich will alles» entstanden in einer Zeit, in der Hænning musikalisch bewusst eigene Wege gehen wollte. Damals habe sie alle Beteiligten «förmlich am Kragen genommen», erzählt sie rückblickend. Für die Zusammenarbeit habe es klare Maßstäbe gegeben: «blood, sweat and tears» – also Blut, Schweiß und Tränen – «und keine Kompromisse», betont die Sängerin.
Hænning: Liebe ist das Wichtigste
Dabei habe sie vor allem eines über all die Jahre getragen: «Die Liebe ist immer das Wichtigste für mich gewesen», sagt die 79-Jährige. Sie habe stets den Wunsch gehabt, Menschen und das Leben wirklich zu erleben. Genau das müsse sich auch in ihrer Musik widerspiegeln. Wenn sie arbeite, wolle sie dabei etwas empfinden.
Während der Probe wird das sichtbar. Hænning singt mal weich, mal kraftvoll, mit Präsenz und spürbarer Emotionalität. Zwischen den Liedern sagt sie zu den Zuhörenden: «Wir sind stark. Was wir nicht sind, können wir noch werden.» Wichtig sei ihr bis heute auch die Verbindung zum Publikum. «Ich kriege Kraft vom Publikum. Ich gebe alles, was ich kann.»
