Berlin (dpa/bb) – Das Wochenende steht in der Berliner Innenstadt ganz im Zeichen des jährlichen Marathons. Nach Angaben der Veranstalter ist es einer der größten der Welt. Mehr als 56.000 Läufer und Läuferinnen gehen am Sonntagmorgen an den Start. Der Marathonlauf zieht Menschen aus allen Kontinenten an. Insgesamt sind in allen Wettbewerben 84.000 Menschen aus 160 Nationen dabei.
Vorläufe und Skater am Samstag
Schon am Vortag des großen Wettbewerbs startet um 10.00 Uhr ein entspannter Freizeitlauf über fünf Kilometer am Potsdamer Platz mit 12.500 Teilnehmern aus allen Leistungsklassen. Danach kommen 55 Nachwuchs-Talente im Alter unter 23 Jahren zum Zug. Um 11.50 Uhr beginnt das Finale von mehreren Ausscheidungswettbewerben.
Der Mini-Marathon mit mehr als 10.000 angemeldeten Schülerinnen und Schülern startet um 12.00 Uhr auf den letzten 4,2195 Kilometern der großen Strecke. Gewertet werden die Ergebnisse in Zehner-Teams. Parallel laufen auf dem ehemaligen Flughafengelände in Tempelhof knapp 2000 Vier- bis Zehnjährige in ihren Altersklassen verschiedene Strecken.
Der große Inlineskating-Marathon mit 2.093 Menschen geht um 12.20 Uhr auf eine Rundstrecke von acht Kilometern, die fünfmal durchfahren wird. Sie führt von der Siegessäule zum Schloss Charlottenburg.
Großer Lauf am Sonntag
56.187 Läuferinnen und Läufer haben sich für den 52. Berlin-Marathon gemeldet. Sie werden in sechs Wellen auf die Straße geschickt. Start und Ziel liegen auf der Straße des 17. Juni. Die schnellsten Läufer beginnen um 8.45 Uhr. Die letzte Gruppe folgt um 10.27 Uhr. Kurz danach werden die Spitzenläufer schon wieder ab 10.45 Uhr im Ziel am Brandenburger Tor erwartet. Die letzten Teilnehmer erreichen voraussichtlich gegen 16.15 Uhr das Ziel.
Die Strecke führt von Charlottenburg nach Moabit, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln, Friedenau, Schmargendorf, Wilmersdorf und schließlich wieder zurück in die Stadtmitte und durchs Brandenburger Tor.
Vor den Läufern starten bereits in drei Etappen 58 Handbiker und 56 Rollstuhlfahrer.
Amateure und Spitzenläufer
Nach Angaben der Veranstalter sind etwa ein Drittel Frauen und zwei Drittel Männer. Die größte Gruppe sind Menschen im Alter zwischen 28 und 38 Jahren.
Bei den Spitzenläufern sagte der Vorjahressieger und Weltrekordler (1:59:30) aus Kenia, Sabastian Sawe, ab. Die Favoriten für den aktuellen Lauf kommen laut den Veranstaltern aus Äthiopien. Darunter ist Guye Adola, der in Berlin bereits 2021 gewann. Der Streckenrekord liegt in Berlin bei 2:01:09 Stunden. Ein neuer Rekord sei aber eher nicht zu erwarten, hieß es.
Bei den Frauen gilt Tigst Assefa aus Äthiopien als Favoritin. Ihre Bestzeit beträgt 2:11:53 Stunden. Dabei ist auch die Berliner Siegerin des Vorjahres, die Kenianerin Rosemary Wanjiru. Ihr persönlicher Rekord liegt bei 2:16:14 Stunden.
Musik und Wetter
Nach Angaben der Veranstalter werden viele bis zu einer Million Besucher an der Strecke erwartet. Dort sorgen zudem 80 Musikgruppen für Unterhaltung. An manchen bekannten Streckenabschnitten geht es zu wie auf Volksfesten. Laut den Wettervorhersagen wird es am Sonntag mit 22 Grad nicht zu warm. Die ersten Stunden des Rennens werden im Fernsehen übertragen. Später geht es im Internet weiter.
Verkehrsbehinderungen
Schon am Samstag wird in Mitte und Charlottenburg der Verkehr für Autos teils gesperrt. Am Sonntag sind die Straßen entlang der gesamten Marathonstrecke ab dem Morgen gesperrt. Sie werden nach und nach wieder freigegeben, wenn die Läufer durch sind. Die Straße des 17. Juni bleibt noch bis nächste Woche Mittwoch gesperrt.
Straßenbahn- und Buslinien müssen zeitweise unterbrochen, umgeleitet, verkürzt oder geteilt werden. Die Berliner Stadtautobahn sowie der Tiergartentunnel sind nicht betroffen und frei befahrbar.
Sicherheit
Veranstalter und Polizei haben wie üblich bei Großevents ein umfangreiches Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Teile der Strecke sind abgesperrt. Es gibt Ordner und mehrere hundert zusätzliche Polizisten für die Verkehrslenkung und andere Maßnahmen. An der Strecke und im gesamten Bereich um das Brandenburger Tor gilt ein Messer- und Waffenverbot. Es betrifft alle Arten von Messern, darunter auch Küchenmesser und Taschenmesser, ebenso Schreckschusspistolen und Reizgas-Sprühdosen.

