Ein getötetes Baby wurde 2011, einen Tag vor dem Heiligen Abend, in dem Garagenkomplex in Potsdam-West gefunden. (Archivbild)
Ein getötetes Baby wurde 2011, einen Tag vor dem Heiligen Abend, in dem Garagenkomplex in Potsdam-West gefunden. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa

Potsdam (dpa) – Rund 15 Jahre nach dem Fund eines getöteten Babys in Potsdam setzt die Polizei zur Aufklärung des Verbrechens auf einen Massen-Gentest. Etwa 1.500 Frauen werden gebeten, für die DNA-Reihenuntersuchung im November freiwillig eine Speichelprobe abzugeben, teilte die Polizeidirektion West auf Anfrage mit. Zuvor berichtete die «Märkische Allgemeine Zeitung». 

Das Mädchen wurde in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember 2011 geboren und war laut Polizei lebensfähig. Ein Spaziergänger hatte den leblosen Säugling, der in ein Handtuch gewickelt war, einen Tag vor dem Heiligen Abend in einem Garagenkomplex in Potsdam-West gefunden. Das Neugeborene wies Spuren von Gewalt auf. 


Polizei erstellt Fahndungsplakat

Die Mordermittler gaben dem getöteten Säugling den Namen Victoria. Mit einem Fahndungsplakat ruft die Polizei mögliche Zeugen auf, sich zu melden. «Auch nach dieser langen Zeit gibt die Polizei die Suche nach der Mutter des Babys nicht auf», hieß es in einem Zeugenaufruf. Es sind 10.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung der Straftat führen. 

Bereits mehr als 2.000 Speichelproben untersucht

Zum DNA-Reihentest sagte eine Sprecherin: «Die Polizei hofft auf eine rege Beteiligung, da jede abgegebene Speichelprobe dazu beitragen kann, Frauen als mögliche Mutter des Säuglings auszuschließen und die Ermittlungen voranzubringen.» 

Die Behörde schreibt rund 1.500 Frauen an, teils in anderen Bundesländern, wenn sie beispielsweise inzwischen weggezogen sind. «Die Auswahl der Frauen erfolgt anhand ihres Alters, ihres damaligen Wohnortes beziehungsweise ihres zeitlichen Bezugs zum Untersuchungsgebiet», teilte die Polizei weiter mit.

Auch in den vergangenen Jahren hätten die Ermittler kontinuierlich an dem Fall gearbeitet. «Mit der freiwilligen Abgabe von Speichelproben soll ein weiterer Schritt zur Aufklärung der Tat erfolgen.» Bereits mehr als 2.000 Speichelproben seien bislang untersucht und mit den vorhandenen Spuren abgeglichen worden.

Frauen können Probe in Schule abgeben

Die Frauen können ihre Speichelprobe an zwei Tagen im November in der Zeppelin-Grundschule in Potsdam abgeben oder telefonisch einen Termin abstimmen.