Brandenburg an der Havel (dpa) – Die Stadt Brandenburg an der Havel peilt nun doch die Neubesetzung der Theater-Intendanz für das kommende Jahr an. Die Schauspielerin Anna Loos signalisiert weiter Interesse an der Leitung des Hauses in ihrer Heimatstadt.
Oberbürgermeister Daniel Keip (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Ausschreibung solle zeitnah erfolgen, wenn der Theater-Aufsichtsrat Mitte Dezember getagt habe. Er hoffe dann auf eine Besetzung Mitte 2027.
Die Intendanz ist seit Sommer 2025 vakant. Noch im Juli dieses Jahres hieß es, die Besetzung müsse wegen der Unsicherheit der Finanzierung zurückgestellt werden.
Oberbürgermeister Keip geht davon aus, dass die Intendantenstelle an dem kommunalen Theater für Kulturschaffende interessant ist – «wenn wir sehen, dass Berlin auch nicht mehr so viel Geld für Kultur ausgeben kann.» Schauspielerin Anna Loos sei «eine derjenigen, die wir gern einladen, sich zu bewerben». Er stehe mit ihr auch in regelmäßigem Kontakt. «Aber es ist eine offene Ausschreibung.»
Loos: Interesse unverändert
Loos sagte der dpa, ihr Interesse an dem Brandenburger Theater bestehe unverändert. «Brandenburg ist meine Heimatstadt, und ich bin überzeugt, dass die Stadt wieder ein lebendiges Sprechtheater verdient.» Die Schauspielerin und Sängerin wurde 1970 in der heute 75.000 Einwohner großen Stadt an der Havel geboren und wuchs dort auf.
Bewerbung bereits Ende 2025
Ende 2025 hatte sie sich schon einmal als Intendantin beworben. Die Stelle war zu dem Zeitpunkt aber nicht ausgeschrieben. Damals hatte sie gesagt, ihr Wunsch sei es, künftig ein Schauspiel-Ensemble aufzubauen. Sie sprach auch von einer Krise des Theaters, das zu wenig Tickets verkaufe und zu wenig Programm anbiete.
Das ehemalige Dreispartenhaus in der Havelstadt hat mittlerweile lediglich die Brandenburger Symphoniker als festes Ensemble.
OB: Finanzierungssicherheit geschaffen
Die Intendanz soll nun parallel mit der Stelle der Geschäftsführung ausgeschrieben werden. Die bisherige Geschäftsführerin Christine Flieger bat um die Auflösung ihres Vertrages zum 30. Juni 2027 und kehrt in die Stadtverwaltung zurück.
Keip sagte zur Zukunft des Stadttheaters, inzwischen sei eine gewisse Finanzierungssicherheit geschaffen. Zudem erhöht das Land Brandenburg die Zuschüsse für Theater und Orchester über den kommunalen Finanzausgleich ab 2027 um 8 Millionen Euro auf insgesamt 30 Millionen Euro jährlich. Der Wirtschaftsplan müsse aber zeigen, «wie viel kauft man ein an Fremdproduktion und wie viel kann man selbst produzieren».
