
Augsburg (dpa) – Platz 17 in der Bundesliga, aber seit drei Spielen ungeschlagen: Beim 1. FC Union Berlin spiegelt die Tabelle den jüngsten Aufwärtstrend kaum wider. Nach dem 1:0 gegen die SV Elversberg und dem torlosen Remis gegen Borussia Dortmund bewiesen die Eisernen auch beim 1:1 in Augsburg trotz langer Unterzahl ihre neue Widerstandskraft.
Mit diesem Rückenwind starten die Köpenicker in einen ungewöhnlichen Köln-Doppelpack: Am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) kämpfen sie beim FC um den Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale, fünf Tage später folgt das Bundesliga-Duell an der Alten Försterei.
«Es hat so einen Playoff-Charakter wie in der Champions League. Wir müssen es nehmen, wie es gekommen ist. Dienstag bis Sonntag hast du genügend Zeit zwischen den Spielen, dich zu regenerieren. Von daher freue ich mich auf zwei packende Duelle», sagte Führungsspieler Rani Khedira.
Union ist kein Pokalschreck
Eine große Liebesgeschichte ist zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem DFB-Pokal bislang nicht entstanden. Zwar sorgten die Eisernen 2001 als damaliger Drittligist mit dem sensationellen Finaleinzug für eine der größten Überraschungen der Pokalhistorie, unterlagen im Endspiel aber Schalke 04 mit 0:2.
Ansonsten war für die Köpenicker häufig schon in der ersten Runde Schluss. 2022 schaffte es Union immerhin bis ins Halbfinale, wo erst gegen RB Leipzig Endstation war. Nun winkt den Berlinern in Köln der zweite Achtelfinaleinzug in Folge.
Torschütze Haberer: «Wir sind wieder eklig»
Mut macht den Eisernen vor allem die jüngste Entwicklung. Selbst der frühe Platzverweis gegen Felix Uduokhai brachte Union in Augsburg nicht aus der Bahn. Rund 70 Minuten mussten die Berliner in Unterzahl spielen, ehe Janik Haberer mit seinem Treffer zumindest einen Punkt rettete.
Allerdings droht Uduokhai im Pokal auszufallen. «Felix hat eine Verletzung bekommen und wir sind noch in der Abklärung», berichtete Trainer Mauro Lustrinelli. Sollte Uduokhai ausfallen, könnte Leopold Querfeld an der Seite von Zeno van den Bosch in die Startelf rücken.
Ungeachtet der Sorgen um Uduokhai überwiegt bei den Berlinern die Zuversicht. «Wir sind wieder eklig kompakt in der Defensive. Das, was uns die letzten Jahre ausgezeichnet hat – und spielen dann auf Konter. Nadelstiche setzen. Ich glaube, jetzt seit drei Spielen schaut es sehr solide aus und diesen Weg müssen wir weitergehen», appellierte Haberer an seine Teamkollegen.
Lustrinelli: «Darauf bin ich stolz»
Die jüngsten Auftritte zeigen, dass die Mannschaft auch in schwierigen Situationen wieder Lösungen findet. Trotz spielerischer Defizite lassen sich die Eisernen nicht so leicht aus dem Konzept bringen. Vor allem die Moral seiner Spieler beeindruckt Trainer Mauro Lustrinelli.
«Das Team hat eine unglaubliche Solidarität gezeigt», lobte Lustrinelli nach dem Kraftakt in Augsburg. Besonders der Umgang mit dem Rückstand imponierte ihm: «Auch nach dem Gegentor haben die Spieler Charakter gezeigt, darauf bin ich stolz.»