
Berlin/Potsdam (dpa/bb) – Berliner und Brandenburger Haushalte müssen im kommenden Jahr mit steigenden Netzentgelten bei Gas rechnen. Das geht aus Berechnungen des Vergleichsportals Verivox auf Basis bisher veröffentlichter Daten der Verteilnetzbetreiber hervor. Auch die Netzentgelte für Strom werden demnach teurer – allerdings nur für Menschen in Berlin, für Brandenburger sinken sie den Angaben zufolge wohl leicht.
Die Netzentgelte machen etwa ein Viertel des Strompreises aus. Sie sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Über die Netzentgelte wird unter anderem der teure Ausbau der Stromnetze finanziert. Beim Gas machen die Netzentgelte für Haushaltskunden laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft etwa ein Fünftel des Preises aus.
In beiden Bundesländern wird wohl mehr Geld für Gas fällig
Laut Portal steigen die Gasnetzentgelte 2027 im Bundesschnitt um rund 3 Prozent. Für eine Familie im Einfamilienhaus mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden entstünden dadurch rechnerische Mehrkosten in Höhe von rund 19 Euro brutto jährlich.
Überdurchschnittlich stark steigen die Entgelte demnach in Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Brandenburg: in Berlin um rund 8 Prozent (38 Euro) und in Brandenburg um rund 4 Prozent (23 Euro).
Die Stromnetzentgelte steigen nach den Berechnungen des Portals zum Jahreswechsel bundesweit um durchschnittlich 1,9 Prozent. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden bedeute das rein rechnerisch Mehrkosten von rund 8 Euro brutto.
Auch beim Strom könnten die Berlinerinnen und Berlin mehr zahlen müssen: Demnach steigen die Netzgebühren auch hier um rund 8 Prozent (33 Euro), in Brandenburg könnten sie dagegen um rund 1 Prozent (-4 Euro) sinken.
Gestiegene Großhandelspreise, Kürzung des Bundeszuschusses
Bei Gas rechnet Verivox wegen gestiegener Großhandelspreise infolge des Iran-Kriegs insgesamt mit steigenden Preisen. Beim Strom werde es darauf ankommen, inwiefern Versorger gestiegene Beschaffungskosten noch kompensieren könnten.
Ein Grund für die steigenden Netzgebühren ist den Angaben zufolge die Kürzung des jährlichen Bundeszuschusses zu den Übertragungsnetzkosten um knapp eine Milliarde Euro auf 5,525 Milliarden Euro 2027. Die Gebühren der Übertragungsnetzbetreiber werden den Betreibern der niedrigeren Spannungsebenen des sogenannten Verteilnetzes in Rechnung gestellt. Auf den Stromrechnungen ist dies im Posten Netzentgelte enthalten.
