Innenminister Redmann setzt auf Repression nach den Angriffen von Jugendgruppen. (Archivbild)
Innenminister Redmann setzt auf Repression nach den Angriffen von Jugendgruppen. (Archivbild) Foto: Jens Kalaene/dpa

Frankfurt (Oder) (dpa/bb) – Nach der brutalen Attacke von Teenagern auf einen 14-Jährigen vor einer Schule in Frankfurt (Oder) geht die Polizei zu den mutmaßlichen Tätern nach Hause und redet mit deren Eltern. «Sie spricht mit den Erziehungsberechtigten, die sind der erste Ansprechpartner und wir erwarten, dass auch da eine Reaktion erfolgt», sagte Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) im RBB. «Man hat Verantwortung für seine Kinder, und wenn Kinder Straftaten begehen, erwarte ich auch von den Eltern, dass sie entsprechend handeln.»

Allgemein gelte: «Täter müssen Konsequenzen spüren, und zwar gerade jugendliche Täter sehr schnell», so Redmann. Natürlich werde auch geprüft, ob es die Möglichkeit von Abschiebungen gebe. Im Vordergrund stehe momentan das akute Handeln: «Wir machen jetzt erst mal Repression, dass die Gewalt aufhört.»


Mutmaßliche Täter aus dem Schulunterricht mitgenommen

Etwa zehn Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren hatten am Mittwoch vor einer Oberschule auf den Schüler eingetreten und ihn geschlagen – auch gegen den Kopf und als er bereits am Boden lag. Ihre Taten hatten sie gefilmt und das Video über das Internet verbreitet, was breite Bestürzung und Fassungslosigkeit auslöste. 

An Tag darauf nahm die Polizei einen Teil der Tatverdächtigen während des laufenden Schulunterrichts fest. Man habe mit «der dringend gebotenen Entschlossenheit» gehandelt, so ein Polizeisprecher. Die Teenager seien in Gewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt worden, sagte der Innenminister.

Zwei Haftbefehle gegen Jugendliche in Potsdam vollstreckt

Aktuell geht die Polizei nach eigenen Angaben von zehn Tatverdächtigen aus. Bei ihnen handelt es sich um Kinder und Jugendliche mit deutscher, polnischer, russischer und syrischer Nationalität. Ihnen wird gefährliche Körperverletzung und Raub vorgeworfen. 

Das Problem der Jugendgewalt ist in mehreren Brandenburger Städten ein Thema. In Cottbus kam zuletzt nach Gewaltattacken Sicherheitspersonal an mindestens einer Schule zum Einsatz. Schüler wurden aus Sicherheitsgründen von der Schule genommen. 

In Potsdam und im Grenzgebiet zu Berlin sorgten zuletzt mehrere Angriffe von Jugendgruppen für Entsetzen: Zwei Tatverdächtige verhaftete die Polizei in dieser Woche. Sie sind 15 und 17 Jahre alt. Zudem seien neun Jugendliche im Alter von 14 und 17 Jahren erkennungsdienstlich erfasst worden. Eine extra eingerichtete Ermittlungsgruppe geht derzeit verstärkt gegen Jugendliche vor, die in Potsdam und im Grenzgebiet zu Berlin Straftaten begangen haben sollen.