
Berlin (dpa) – Der Berliner Senat will nach den Worten des Regierenden Bürgermeister Kai Wegner alles tun, um jüdisches Leben in der Hauptstadt zu schützen. «Wir setzen uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln für den Schutz jüdischer und israelischer Menschen und Einrichtungen in Berlin ein», sagte der CDU-Politiker im Roten Rathaus zwei Tage vor dem dritten Jahrestag des Terrorangriffs der islamistischen Hamas auf Israel.
Jüdisches Leben müsse sichtbar sein und in Berlin die Chance bekommen, weiter zu wachsen, betonte Wegner in seiner auf Deutsch und Englisch gehaltenen Rede zur Eröffnung der Ausstellung «Unbroken». Sie widmet sich den Geschichten israelischer Sportlerinnen und Sportler, ihrer Angehörigen und Fans, die von dem Terrorangriff betroffen waren.
«Der Schutz jüdischen Lebens beginnt mit dem festen Willen daran, dass jüdisches Leben zu uns gehört, in unsere Stadt», sagte Wegner. Er beginne mit einer Haltung.
«Und ich wünsche mir diese Haltung von jedem, der in dieser Stadt Verantwortung trägt oder Verantwortung tragen will», ergänzte der CDU-Politiker mit Blick auf Gespräche zwischen Linken, Grünen und SPD nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin. Vertreter der drei Parteien suchen vor dem möglichen Beginn von Sondierungen noch eine gemeinsame Basis zum Umgang mit Antisemitismus.
Wegner will nach Israel reisen
Ausstellungen wie «Unbroken» im Roten Rathaus seien so wichtig, weil sie deutlich machten, wie die Hamas-Terroristen Menschen bestialisch ermordet, gequält, gefoltert und vergewaltigt hätten, sagte Wegner.
«Wir schulden es den Opfern, dass das niemals vergessen wird, dass das niemals relativiert wird», ergänzte der Regierende Bürgermeister, der bereits angekündigt hatte, am Nachmittag nach Israel fliegen zu wollen. Wegner will dort an mehreren Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag des Massakers teilnehmen. Seine Reise sei ein Zeichen der Solidarität mit Israel, betonte er.
Am 7. Oktober 2023 verübte die Hamas einen Terrorangriff auf Israel, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und 251 in den Gazastreifen verschleppt wurden. Israel reagierte darauf mit einer militärischen Offensive im Gazastreifen, die zu einem langanhaltenden Krieg führte, bei dem Zehntausende Menschen getötet wurden und der schwere Zerstörungen in dem dicht besiedelten Küstenstreifen anrichtete. Seit Oktober 2025 gilt im Gaza-Krieg eigentlich eine Waffenruhe. Das israelische Militär fliegt aber immer wieder Luftangriffe, die nach eigener Darstellung auf Hamas-Mitglieder abzielen.
