Brandenburgs Jugendliche rauchen wieder mehr. (Symbolbild)
Brandenburgs Jugendliche rauchen wieder mehr. (Symbolbild) Foto: Jens Kalaene/dpa

Potsdam (dpa/bb) – Die Jugendlichen in Brandenburg rauchen und trinken einer Schülerbefragung zufolge wieder mehr. Es gebe einen «deutlich zunehmenden Konsum vor allem von Vapes und E-Zigaretten» und «ein leicht ansteigendes Niveau beim regelmäßigen Trinken von Alkohol», hieß es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums. Die Ergebnisse stammen aus der Befragung «Brandenburger Jugendliche und Substanzkonsum», die das Gesundheitsministerium alle vier Jahre veröffentlicht. 

Beim täglichen Tabak-Rauchen stieg der Anteil von Jugendlichen gegenüber 2021 leicht von 9,9 Prozent auf 11,2 Prozent. «Bei E-Zigaretten, E-Shisha und sogenannten Vaporizern hat sich der Anstieg im gleichen Zeitraum sogar mehr als verzehnfacht – von 1,2 Prozent auf 13,1 Prozent», schrieb ein Sprecher des Ministeriums. Rund ein Fünftel der Jugendlichen konsumiere diese Produkte mindestens wöchentlich. «Während mehr Jungen täglich Tabak konsumieren, greifen mehr Mädchen regelmäßig zu Vapes.»


Mehr als jeder zehnte Jugendliche trinkt einmal wöchentlich

Alkohol ist unter Brandenburgs Jugendlichen laut Gesundheitsministerium «weiterhin weit verbreitet». Nachdem zuletzt über Jahre der regelmäßige – also mindestens einmal wöchentliche – Alkoholkonsum sank, stiegen die Werte laut der Untersuchung wieder an. So gaben 12,8 Prozent der Jugendlichen an, mindestens wöchentlich zum Alkohol zu greifen. Bei der letzten Befragung 2020/2021 lag der Anteil bei 12,0 Prozent. Zum Zeitpunkt der ersten Befragung im Schuljahr 2004/2005 tranken hingegen fast 26 Prozent der befragten Jugendlichen mindestens wöchentlich.

Der Anteil der sogenannten Rauschtrinker sank hingegen von 30,8 Prozent im Schuljahr 2004/2005 auf 13,7 Prozent im Schuljahr 2024/2025. Zu dieser Gruppe zählen Jugendliche, die «mindestens dreimal im Monat mehr als fünf alkoholische Getränke zu einer Gelegenheit» zu sich nehmen.

Gesundheitsminister sieht Warnsignal

Mit Blick auf die Zahlen äußerte sich Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke (SPD) besorgt. «Die Ergebnisse der aktuellen Studie sind ein Warnsignal», sagte er laut der Mitteilung seines Ministeriums. Vor allem der zunehmende Konsum von E-Zigaretten und Vapes sei besorgniserregend, denn diese Produkte enthielten neben Nikotin auch sogenannte Liquids, also Flüssigkeiten, deren Inhaltsstoffe beim Rauchen verdampft werden und die das Herzkreislaufsystem und die Lunge schädigen könnten. «Und über die langfristigen Folgen wissen wir noch viel zu wenig.»

Für die Untersuchung wurden landesweit rund 1.700 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen zu ihrem Konsum von Alkohol, Nikotin, Cannabis und weiterer Substanzen, zum Medienkonsum und ihren Erfahrungen mit Glücksspielen befragt. Die Befragung findet seit dem Schuljahr 2004/2005 alle vier Jahre statt, zuletzt 2020/2021.