Mit der kalten Jahreszeit wird das Leben für viele wohnungslose Menschen noch schwieriger. (Archivbild)
Mit der kalten Jahreszeit wird das Leben für viele wohnungslose Menschen noch schwieriger. (Archivbild) Foto: Paul Zinken/dpa

Berlin (dpa/bb) – Die Berliner Kältehilfe nimmt mit Beginn der kalten Jahreszeit wieder wohnungslose Menschen auf. Offizieller Starttermin der Kältehilfesaison ist der 1. Oktober, wie der Zusammenschluss von Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege LIGA mitteilte. In den besonders kalten Monaten von November bis März sollen rund 1.000 Plätze zur Verfügung stehen. Ab Oktober gehe es mit rund 670 Plätzen los, wie auf einer Pressekonferenz mitgeteilt wurde.

«Wir möchten sichergehen, dass kein Mensch diesen Winter ohne Schutz überstehen muss», sagte Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD). Die Kältehilfe ist laut den Wohlfahrtsverbänden allerdings nur ein wichtiger Baustein der Wohnungsnotfallhilfe. «Die zentrale sozialpolitische Herausforderung bleibt die Wohnungslosigkeit, die nicht selten mit weiteren Problemlagen verbunden ist», heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.


Mehr als ein Schlafplatz nötig 

«Der Erfolg unserer Wohnungslosenpolitik darf sich nicht daran messen, wie viele zusätzliche Plätze wir jeden Winter schaffen. Er muss sich daran messen, wie viele Menschen diese Plätze irgendwann nicht mehr brauchen», sagte der Geschäftsführer des Arbeiterwohlfahrt-Landesverbandes Berlin, Oliver Bürgel. Berlin müsse deshalb den nächsten Schritt gehen – weg von der Verwaltung von Wohnungslosigkeit hin zu ihrer konsequenten Verhinderung.

Die Direktorin des regionalen Diakonischen Werkes, Ursula Schoen, ergänzte: «Wer wie so viele mit einer Crack- oder Heroinsucht auf der Straße lebt, braucht viel mehr als einen Schlafplatz.»

Auch Kältebusse wieder im Einsatz 

Notwendig sei ein funktionierendes System aus Unterbringung, Suchtberatung und weiterführenden Hilfen. «In der kalten Jahreszeit zeigt sich besonders deutlich, wie lebenswichtig solche Angebote sind», hieß es. Die Berliner Kältehilfesaison dauert in der Regel vom 1. Oktober bis zum 30. April des Folgejahres. Ab 1. November sind auch wieder drei Kältebusse der Berliner Stadtmission und ein Wärmebus des Deutschen Roten Kreuzes unterwegs. 

In der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege haben sich in Berlin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Landesverband Berlin (Federführung 2025/2026), die Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Caritasverband für das Erzbistum Berlin zusammengeschlossen. Dazu gehören außerdem der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin, der DRK- Landesverband sowie die Jüdische Gemeinde zu Berlin.

Im vergangenen Winter lag die Auslastung der Plätze in der Kältehilfe nach Angaben der Sozialverwaltung bei mehr als 90 Prozent und in der Spitze bei rund 96 Prozent. Vor allem im vergangenen Januar und Februar hätten viele Menschen angesichts andauernder Minustemperaturen Schutz gesucht.