
Berlin (dpa/bb) – Stechmücken im U-Bahnhof oder im Schlafzimmer? Auch Ende September sind in Berlin immer noch Mücken unterwegs. «Dass sie stechen, liegt vor allem daran, dass es zuletzt nochmal geregnet hat», sagte der Stadtnaturexperte Derk Ehlert der Deutschen Presse-Agentur.
Die Weibchen nutzten die Feuchtigkeit und die hohen Temperaturen, um Nachkommen zu bilden. «Wenn es jetzt warm wird, geht es bei den Mücken schlagartig darum, sich augenblicklich zu vermehren.» Das Blut benötigen Mücken für die Entwicklung der Eier.
Mücken am U-Bahnhof Potsdamer Platz
Einem RBB-Bericht zufolge treten derzeit wohl vermehrt Mücken am U-Bahnhof Potsdamer Platz auf. Woran kann das liegen? In manchen Nächten liegen die Temperaturen inzwischen unter 10 Grad, wie Ehlert erklärt. «Wenn es kalt wird, fliegen Mücken dorthin, wo es warm ist.»
Eine U-Bahnhaltestelle sei so ein Ort und eigne sich daher gut zum Überwintern. Mücken, die noch nicht befruchtet seien, stächen dann gerne auch nochmals zu. «Manche überwintern mit Blut als Krafttanker fürs nächste Jahr, manche legen jetzt noch Eier.»
Warum es diesen Sommer so wenig Mücken gab
Mücken mögen es feucht-warm und legen ihre Eier in stehendem oder langsam fließendem Wasser ab, zum Beispiel in Teichen, Gießkannen oder Regentonnen. Die Larven schlüpfen bis in den Oktober.
Der Sommer sei sehr trocken gewesen, so Ehlert. «Es gab kaum Möglichkeiten für Mücken, sich zu vermehren.» Diesen Sommer waren deshalb deutlich weniger heimische Mücken unterwegs als in anderen Jahren, wie Mückenexpertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) kürzlich erklärte.
