
Berlin (dpa/bb) – Volksbühne-Intendant Matthias Lilienthal hat trotz aller Debatten und Kostensteigerungen ein positives Fazit zum Volksbad gezogen. «Ich habe nur positive Resonanz gekriegt», sagte Lilienthal dem RBB-«Inforadio». Das temporäre Freibad habe die Leute in der Stadt gefreut und den Blick auf das Theater «total verändert». Das Theater habe damit versucht, auf die «elementaren Bedürfnisse» der Berliner und Berlinerinnen einzugehen.
Das Volksbad mit 25 Metern Länge wurde Anfang August eröffnet, heute ist der letzte öffentliche Badetag in dem Pool. Aufbau und Betrieb kosteten das Theater laut RBB mehr als 400.000 Euro – ursprünglich veranschlagt waren 300.000 Euro. Der Eintritt für Badegäste war frei, kostenlose Tickets konnten vorab gebucht werden. In den nächsten Tagen wird das Bad abgebaut.
Lilienthal: Schäme mich für politischen Einfluss rechter Streamer
Mitte August geriet das Volksbad wegen einer geplanten Veranstaltung für Menschen der schwarzen Community in den Fokus. Nach teils rassistischen Diskussionen und Drohungen sagte das Theater die geplante Veranstaltung des Vereins «Each One Teach One» (EOTO) ab.
«Diese Geschichte mit EOTO war totaler Scheiß, ich verstehe es bis zum heutigen Tag nicht», sagte Lilienthal dem RBB. Jedes Berliner Schwimmbad werde tageweise für verschiedene Veranstaltungen gesperrt. Der Shitstorm habe die Mitarbeiter der Volksbühne und ihn zu Freiwild auf der Straße gemacht, «so dass ich mich nicht mehr vors Haus getraut habe». Die Debatte habe ihm gezeigt, welche politische Macht «rechte Streamer» in Berlin hätten. «Dafür schäme ich mich», sagte Lilienthal.
