
Berlin (dpa) – Das Bündnis NOlympia hat den Rückzug der Berliner Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele mit Freuden quittiert. «Zum dritten Mal ist Berlin im großen Stil gescheitert. Jedes Mal wird in einer Kontinuität deutlich, dass Berlin keine Mehrheiten zustande bekommt», sagte Sportwissenschaftler Johannes Verch vom Bündnis, «wenn die Regierenden in vier oder acht Jahren wieder so ein Konzept herausholen, sind wir wieder dabei.»
Zwei Anliegen der Olympiagegner obsolet
Die Olympiagegner wollten eigentlich über den Abschluss der ersten Phase des Volksbegehrens gegen die Austragung der Spiele verkünden. Die nötigen 20.000 Unterschriften hatten die Gegner mit rund einem Viertel übererfüllt. Eine mögliche zweite Phase, in der 175.000 Unterschriften nötig gewesen wären, sahen die Olympiagegner als sehr herausfordernd an. Die Unterschriften werden nun in der kommenden Woche von einem Unternehmen geschreddert und das Ergebnis zertifiziert, damit dem Datenschutz Genüge getan wird.
Zudem sollte über einen Brief an die Mitglieder des DOSB, die am Samstag in Baden-Baden über den nationalen Bewerber abstimmen, informiert werden. In dem Brief, der in dieser Woche verschickt worden war, wurde die Lage Berlins aus der Sicht der Gegner geschildert, mit der eine Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele nicht darstellbar wäre. Auch hier machte der Rückzug Berlins das Anliegen der Olympiagegner obsolet.
Neuer Senat wird gefordert
Linken-Politikerin Gabriele Hiller sieht die Arbeit des Bündnisses jetzt zugleich als Startzeichen, die Anliegen auch bei der neuen Regierung anzubringen. «Wir wollen die Aufgaben im Breiten- und Schulsport unterstützen. Diese Bereiche müssen in die kommende Regierungsarbeit einfließen. Und auch der Leistungssport muss weiter unterstützt werden – auch ohne Olympia.»
Uwe Hiksch von den Naturfreunden hofft darauf, dass ein Teil der für Olympia vorgesehenen Gelder nun in die Sanierung und Modernisierung der Sportstätten fließt, «damit die Kinder schwimmen lernen können. Wir werden den neuen Senat auch da fordern, endlich ihre Hausaufgaben zu machen.»
Auch für Hiksch ist der Rückzug der Olympiabewerbung nicht gleichbedeutend mit einem Wegfall der Investitionen in den Leistungssport, merkt aber an: «Spitzensport soll stattfinden, aber ohne Breitensport wird es nie eine sportliche Entwicklung geben.»
