LSB-Präsident Thomas Härtel sendet einen Appell. (Archivbild)
LSB-Präsident Thomas Härtel sendet einen Appell. (Archivbild) Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Berlin (dpa/bb) – Das Ergebnis zur Berliner Abgeordnetenhauswahl hat die Perspektiven für die Berliner Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele geschmälert. Angesichts der eher ablehnenden Olympia-Haltung von Wahlsieger «Die Linke» sei die Lage für die Hauptstadt «nicht einfacher geworden», sagte der Präsident des Landessportbundes Berlin, Thomas Härtel. 

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird seine Entscheidung bei der Mitgliederversammlung in Baden-Baden am 26. September bekanntgeben. Neben Berlin bewerben sich München und die Rhein-Ruhr-Region mit Köln um den Platz als nationaler Bewerber. «Es ist eine gewisse verstärkte Unsicherheit da. Wir kämpfen aber weiter bis zum Schluss», sagte Härtel der Deutschen Presse-Agentur.


Signal für «auseinanderdriftende Gesellschaft»

Für den ehemaligen Sport-Staatssekretär ist es auch ein gesellschaftliches Anliegen, die Spiele nach Berlin zu holen. Angesichts der «auseinanderdriftenden Gesellschaft» hat die Berliner Bewerbung mit Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern drei Bundesländer aus der ehemaligen DDR dabei, denen die Austragung der Spiele neue Perspektiven bescheren würden: «Dieses Signal müssen wir an den DOSB senden.»

Angesichts eines möglichen Zuschlages für die Spiele 2040 – 50 Jahre nach der Wiedervereinigung – wäre es für Härtel ein Unding, dass die Spiele in München oder Köln ausgetragen werden und «die ostdeutschen Länder sitzen auf der Tribüne». Für den 75-Jährigen ist es deshalb auch fatales Signal, dass die beiden Mitbewerber Kiel anstatt Rostock-Warnemünde für die Segelwettbewerbe nominieren würden.

Darum fordert Härtel vom DOSB den nötigen Mut, den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit der Entscheidung pro Berlin zu fördern. «Die Evaluierungskommission hat eine sportfachliche, aber keine sportpolitische Empfehlung abzugeben», sagt der LSB-Präsident, der bei der internationalen Vergabe durch das Internationale Olympische Komitee lediglich für Berlin Chancen sieht.