
Berlin (dpa) – Die AfD-Spitze sieht sich nach dem Wahlsonntag in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin in ihrem Kurs bestätigt. AfD-Chefin Alice Weidel verwies vor Journalisten in Berlin auf die Wahlergebnisse der AfD und auch die Umfragezahlen im Bund. «Dementsprechend werden wir Kurs halten und sehen im Moment nicht die Veranlassung, etwas zu verändern», fügte sie hinzu.
Weidels Co-Chef Chrupalla nannte die Frage nach einer Kompromissfähigkeit seiner Partei merkwürdig. «Das wäre so, als wenn Sie einen Fußballtrainer nach einem 2:0 fragen, warum er denn nicht endlich mal die Abwehrspieler auswechselt, damit der Gegner 2:2 spielt.» Die CDU müsse die Frage beantworten, wie sie kompromissbereit wäre. Es sei aber ein weiter so angekündigt. «Ich sehe da überhaupt keinen Korrekturbedarf bei uns.»
Chrupalla: Umso besser, wenn die CDU nicht mehr existiert
Chrupalla sagte mit Blick auf das desaströse CDU-Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern, man freue sich immer, wenn man anderen Parteien Prozente abnehme. «Und wenn die CDU nicht mehr existiert und die Wähler uns wählen, umso besser.» Das habe die CDU selbst zu verantworten. Wenn man an die absolute Mehrheit herankomme, brauche man über Koalitionen nicht mehr zu reden.
Weidel sagte: «Das zeigt auch hier ganz klar, dass wir die CDU als Volkspartei abgelöst haben.» Die CDU müsse sich entscheiden, wie sie weitermachen wolle. «Wir sollten dringend Gespräche führen, um dieses Land gemeinsam aus der Krise zu führen.» Sie erneuerte ihre Erwartung, dass die schwarz-rote Bundesregierung nicht bis zur regulären Bundestagswahl 2029 halten werde.
Weidel und Chrupalla nannten das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern gigantisch und fulminant. «Wir haben die CDU pulverisiert, die jetzt außerparlamentarisch ihre Fischbrötchen in Mecklenburg-Vorpommern isst», sagte Chrupalla. Die blaue Welle sei nicht zu stoppen.
Die AfD hatte bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ihr Ergebnis von 16,7 auf 38,2 Prozent mehr als verdoppelt. Zwei Wochen zuvor hatte sie in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent ihr bisher höchstes Ergebnis bei einer Landtagswahl geholt – nur knapp an einer absoluten Mehrheit vorbei.