In Zukunft will die AfD verstärkt den Mittelstand, bürgerliche Wählergruppen und auch migrantisches Milieu ansprechen.
In Zukunft will die AfD verstärkt den Mittelstand, bürgerliche Wählergruppen und auch migrantisches Milieu ansprechen. Foto: Britta Pedersen/dpa

Berlin (dpa) – AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker ist zufrieden mit dem Ergebnis für ihre Partei bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin. «Wir sind eine sehr, sehr starke Opposition», sagte sie im RBB-Inforadio. «Wir werden alles tun, damit wir hier den Finger in die Wunde legen.» Sie geht davon aus, dass der Wahlsieger die Linke viele Wahlversprechen nicht wird halten können.

Die AfD holte in der Hauptstadt 16,3 Prozent der Stimmen – das ist deutlich weniger als in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern. Brinker erklärte das mit einem ganz anderen Milieu in Berlin als in Flächenländern: «Wir haben gerade in den Mitte-Bezirken eine ganz andere Struktur, eine ganz andere Bevölkerungszusammensetzung als zum Beispiel in den Außenbezirken, in den Randgebieten», sagte sie.


AfD will junge Wähler in Berlin stärker an sich binden

In Zukunft will die AfD verstärkt den Mittelstand, bürgerliche Wählergruppen und auch migrantisches Milieu ansprechen. «Wir haben das jetzt im Wahlkampf gemerkt, dass viele Migranten, die schon seit Jahrzehnten hier leben, sich uns verstärkt zuwenden», so Brinker. Auch junge Wähler will die AfD stärker an sich binden.

Die Linke ist bei der Wahl nach dem vorläufigen Ergebnis mit 25,7 Prozent und 47 Sitzen stärkste Kraft geworden. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent, 34 Sitze), AfD (16,3 Prozent, 29 Sitze), Grüne (14,3 Prozent, 26 Sitze) und SPD (12,1 Prozent, 22 Sitze). Die regierende CDU/SPD-Koalition hat damit ihre Mehrheit verloren.