
Berlin (dpa/bb) – Mit einem großen Fest ist die Umbenennung eines Gymnasiums in Berlin-Spandau zu Ehren der Holocaust-Überlebenden in Margot-Friedländer-Gymnasium gefeiert worden. Bei dem Festakt würdigte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) das Lebenswerk von Margot Friedländer.
Es sei Vorbild und Auftrag zugleich, betonte Wegner. «Wir müssen unsere Demokratie schützen, für Menschlichkeit und Toleranz einstehen und jeder Form von Antisemitismus entschieden entgegentreten. Ich wünsche mir, dass das Margot-Friedländer-Gymnasium diese Werte jeden Tag mit Leben füllt.»
Umbenennung länger Thema
Bis zum Sommer hieß die Schule im Ortsteil Kladow mit mehr als 1.000 Schülern nach einem Schriftsteller Hans-Carossa-Gymnasium. Die Umbenennung wurde seit einigen Jahren diskutiert. Friedländer hatte sich vor ihrem Tod im Mai 2025 erfreut über die Idee geäußert. Sie stand mit dem Gymnasium in engem Austausch, wie es von der Senatsbildungsverwaltung hieß. Im Frühjahr dieses Jahres wurde der neue Name von der Schule beschlossen.
Austausch war Friedländer wichtig
Die Holocaust-Überlebende setzte sich als Zeitzeugin dafür ein, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten. Seit 2011 sprach sie regelmäßig an Berliner Schulen über ihre Lebensgeschichte und die Verbrechen des Nationalsozialismus. Der Austausch mit jungen Menschen sei ihr sehr wichtig gewesen, sagte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU).
Das Hans-Carossa-Gymnasium war ursprünglich 1951 an einem anderen Standort im Stadtteil Hakenfelde gegründet worden. Dort ging auch der Regierende Bürgermeister Wegner als Jugendlicher zur Schule. Im Jahr 2000 zog die Schule nach Kladow um.
