Oluwaseun Adewumi (l.) hat einen furiosen Start bei der Hertha hingelegt.
Oluwaseun Adewumi (l.) hat einen furiosen Start bei der Hertha hingelegt. Foto: Andreas Gora/dpa

Berlin (dpa) – Auf diese Quote kommt nicht einmal Bayern-Weltstar Harry Kane. Oluwaseun Adewumi hat die Herzen der Hertha-Fans im Sturm erobert und mit seinen Treffern einen großen Beitrag zum Sprung der Berliner an die Tabellenspitze der 2. Liga geleistet. 99 Einsatz-Minuten, alle als Joker, und drei Tore, das wichtigste zum 2:1-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg. Alle 33 Minuten trifft Adewumi. 

Da stand der 21-Jährige also in den Katakomben des Olympiastadions und referierte im wunderbaren Singsang des Wiener Idioms über seinen Berliner Traumstart. Mit einem frechen Blitzen in den Augen, aber freundlich, demütig, keine Spur von Starallüren. «Ich habe einfach das richtige Momentum, und ich will einfach daran anknüpfen und so weiter machen», sagte Adewumi. 


Die braunen Locken hüpften dabei keck auf seinem Kopf – so viel Adrenalin steckte noch in ihm. Als einfach «crazy» bezeichnete der Flankengeber zum Siegtor, Jon Dagur Thorsteinsson, den jungen Österreicher. Adewumi ist ein Typ, den man gern haben muss. 

Sportdirektor Weber lag richtig

Als erste Verpflichtung in einem schwierigen Transfersommer holte die Hertha den österreichischen Juniorennationalspieler als Leihgabe für ein Jahr vom FC Burnley aus England. «Er wird unserem Spiel mit seiner Vielseitigkeit, seinem Tempo und seiner Dynamik guttun», sagte Sportdirektor Benjamin Weber – und lag mit dieser Einschätzung goldrichtig. Auf Herthas Social-Media-Plattformen drängen sich die Einträge, in denen Fans sich ein festes Engagement wünschen. 

Zentral oder über die Außenbahn, Adewumi ist offensiv flexibel einsetzbar. «Ich nehme jede Rolle, die mir der Trainer gibt. Es klappt einfach alles», sagte er. Dabei war gegen Magdeburg nicht nur sein Tor von besonderer Relevanz. Mit seinem Tempo zwang er Gegenspieler Tobias Müller zu zwei Fouls – die Gelb-Rote Karte gab den Berlinern im Schlussspurt ganz viel Luft. 

Trainer Leitl bleibt sachlich

Warum also sollte Adewumi weiter Joker bleiben? Natürlich würde er gern in der Startelf ran. Aber Forderungen gibt es keine. «Ich werde die Rolle annehmen, und wenn ich mal starten sollte, werde ich genauso ambitioniert sein», sagte er. Sehr brav. Das mag auch Stefan Leitl. Der Hertha-Coach ist ohnehin keiner, der in Euphorie ausbricht. «Er setzt das um, wofür wir ihn verpflichten haben», sagte er.