Berlin (dpa/bb) – An der Berliner Charité sind die Pflegekräfte in einen dreitägigen Warnstreik getreten. Mit der Frühschicht begann die Arbeitsniederlegung, sie soll bis zum Ende der am Freitag beginnenden Nachtschicht, also Samstagfrüh, dauern.
Die Pflegekräfte streiken nach Verdi-Angaben für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Entlastungstarifvertrags, der die Personalausstattung und einen Belastungsausgleich für Arbeiten in Unterbesetzung regelt.
Dieser hat aus Sicht von Verdi die Arbeitsbedingungen an der Charité verbessert, unter anderem durch verbindliche Personalvorgaben und einen Belastungsausgleich für Arbeiten in Unterbesetzung. Die Charité hat diesen Tarifvertrag zum 31.8.26 gekündigt. Die Verhandlungen über eine Fortsetzung des Tarifvertrags waren bisher nicht erfolgreich.
Arbeitsgericht prüft den Notdienst
Das Berliner Arbeitsgericht sollte noch am Freitag zum Warnstreik verhandeln. Konkret geht es um die Ausgestaltung eines Notdienstes während des Arbeitskampfes. Dieser stellt die notwendige Versorgung der Patientinnen und Patienten sicher.
Ob der von Verdi angebotene Notdienst ausreichend ist, wird von Verdi und der Charité unterschiedlich bewertet. Aus Sicht von Verdi würde die von der Charité geforderte Notdienstbesetzung faktisch in der Aufrechterhaltung des Normalbetriebs resultieren. Die Charité wies dies als falsch zurück. Die Entscheidung des Arbeitsgerichtes soll im Laufe des Tages fallen.
Verdi-Verhandlungsführerin Gisela Neunhöffer ging am Morgen von einer guten Streikbeteiligung aus, in den zentralen Notaufnahmen etwa sei sie hoch. Alle Details lagen ihr am Morgen noch nicht vor. Die Charité teilte am Mittag mit, dass die Aktivitäten «bislang überwiegend geordnet und geregelt» abliefen. Planbare Behandlungen mussten demnach abgesagt und OP-Kapazitäten eingeschränkt werden. An der Charité sind nach Angaben des Unternehmenssprechers etwa 7.000 Pflegekräfte tätig.
