Oranienburg (dpa/bb) – Eine 500-Kilogramm schwere Bombe soll am Mittwoch im Oranienburger Ortsteil Lehnitz entschärft werden. Dafür tritt nach Angaben der Stadtverwaltung um 8.00 Uhr rund um den Fundort ein Sperrkreis mit einem Radius von etwa 1.000 Metern in Kraft. Er darf bis zum Abschluss der Entschärfung nicht betreten werden. Knapp 4.700 Menschen leben innerhalb des Sperrkreises und müssen das Gebiet verlassen.
Die Bombe amerikanischer Bauart war im Rahmen der systematischen Kampfmittelsuche gefunden worden. Sie befindet sich nach Angaben der Stadtverwaltung «circa sechseinhalb Meter tief in der Erde». Der Sprengkörper ist mit «einem intakten, chemischen Langzeitzünder versehen». In dem Sperrkreis befinden sich neben Wohnhäusern auch eine Grundschule, die Kita und der Hort in Lehnitz, die Frieda-Glücksmann-Oberschule, das Friedrich-Wolf-Haus, eine Senioreneinrichtung für altersgerechtes Wohnen, die Gemeinschaftsunterkunft, ein Teil des Oder-Havel-Kanals und der S-Bahnhof Lehnitz.
S-Bahn fährt eingeschränkt
Zwischen 8.00 und 10.00 Uhr verkehren die S-Bahnen regulär, halten aber nicht am S-Bahnhof Lehnitz. «Danach verkehren die Züge der Linie S1 nur ab und bis Birkenwerder», so die Stadtverwaltung. Der Bahnhof Borgsdorf werde dann ebenfalls so lange nicht mehr angefahren, wie der Sperrkreis besteht.
Die Region um Oranienburg ist stark durch Bomben mit chemischen Langzeitzündern belastet. Im Zweiten Weltkrieg war unter anderem wegen besonderer Bodenverhältnisse in Oranienburg ein Großteil der Bomben nicht explodiert, sodass eine hohe Zahl an Blindgängern im Boden vermutet wird. Bundesweit sei keine Region bekannt, die derartig durch Bomben mit chemischen Langzeitzündern belastet sei wie Oranienburg, sagte ein Sprecher des Innenministeriums vor einiger Zeit.
