Bringt er wieder Powerfußball? Frankfurts Trainer Adi Hütter. (Archivbild)
Bringt er wieder Powerfußball? Frankfurts Trainer Adi Hütter. (Archivbild) Foto: Florian Wiegand/dpa

Frankfurt/Main (dpa/lhe) – Transferflaute, Torwarttheater, Testspielpleite – all das könnte Eintracht Frankfurt mit einem Auftaktsieg in der Fußball-Bundesliga erst mal wegwischen. Wie tief die Probleme sitzen in und um die Mannschaft von Rückkehrer Adi Hütter wird sich aber erst in den Wochen und Monaten nach der Partie am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim 1. FC Union Berlin zeigen.

Zumindest die Debatte um die Torhüter Kaua Santos und Michael Zetterer beendete die Eintracht mit dem Vollzug des Wechsels von Noah Atubolu: Der 24-Jährige vom SC Freiburg wird für ein Jahr ausgeliehen. Danach greift eine bedingte Kaufpflicht, wie die beiden Clubs ohne weitere Details mitteilten. 


Torhüter-Frage noch offen

Ob Atubolu in Berlin bereits sein Debüt gibt, hatte Trainer Hütter am Donnerstag offen gelassen: «Wir haben Noah als Nummer eins geholt. Nach dem Abschlusstraining entscheiden wir, wer am Samstag im Tor steht.» 

Dass noch nicht alles so funktioniere, wie er sich das vorstelle, räumte der 56 Jahre alte Chefcoach unumwunden ein: «Ich glaube, dass wir uns in allen Bereichen verbessern können. Wichtig ist, dass wir an unserem Spiel arbeiten. Wir dürfen nicht vergessen, wir sind erst seit ein paar Wochen zusammen.»

Es habe sich einiges verändert, die Spielanlage, die Grundordnung, so der Österreicher vor dem Saisonstart in der Liga, in den die Eintracht-Profis nach einem wenig aussagekräftigen 11:0-Rekordsieg im DFB-Pokal beim Fünftligisten SC St. Tönis gehen. Viel schwerer wog zuvor das 0:7-Testspiel-Debakel beim englischen Verein FC Brentford, das die Frage aufwarf: Ist der Frankfurter Kader konkurrenzfähig im Kampf um die europäischen Plätze, die zuletzt als Achter der abgelaufenen Spielzeit verpasst wurden? 

«Das Jahr hatte einen gewissen Slapstick-Charakter», räumte Vorstandssprecher Axel Hellmann ein. Das betrifft auch und vor allem den Fehlgriff mit dem spanischen Chefcoach Albert Riera. Sein Nachfolger Hütter, bereits von 2018 bis 2021 bei der Eintracht und zuletzt bei der AS Monaco, soll wieder Powerfußball hineinbringen in das zuletzt arg fehler- und zaghafte Spiel der einstigen Europa-League-Helden.

Hütter freut sich «extrem» auf die Bundesliga und nannte neben dem Titelfavoriten FC Bayern den VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen und RB Leipzig als mögliche Topteams. «Ich hoffe, dass wir auch in diesem Kreis da vorn mitspielen», sagte er und ergänzte flugs: «Nicht ganz vorn.» 

Große Hoffnungen auf Onyedika

Nach dem Abgang unter anderem von Nationalspieler Nathaniel Brown, der für rund 55 Millionen Euro zum Meister nach München wechselte, und Rasmus Kristensen (FC Midtjylland) hat sich noch nicht so viel getan bei den Zugängen. Große Hoffnungen liegen auf dem nigerianischen Mittelfeldspieler Raphael Onyedika (zuvor FC Brügge). Aber ansonsten sind es eher Spieler, die sich noch durchsetzen müssen. 

Markus Krösche, der einst ein Händchen für Toptransfers hatte, sei der innere Kompass abhandengekommen, kritisieren Medien. Der Sportvorstand steht extrem unter Druck – so eine Saison wie zuletzt möchten die Clubspitze und die Fans nicht noch einmal erleben.