Für die Kirsch-Anbauer war 2026 wieder ein gutes Jahr. (Archivbild)
Für die Kirsch-Anbauer war 2026 wieder ein gutes Jahr. (Archivbild) Foto: Patrick Pleul/dpa

Teltow (dpa/bb) – Mehr Getreide, kleine Heidelbeeren und hitzegeschwächte Früchte: Die Acker-, Obst- und Gemüsebauern sind größtenteils zufrieden mit ihrer diesjährigen Ernte. Mit rund 2,3 Millionen Tonnen Getreide fuhren die Landwirte beispielsweise ein leichtes Plus von sechs Prozent im Vergleich zur Erntemenge des Vorjahres ein. 

Trotz meist guter Ernten machten die hohen Diesel- und Düngerpreise vielen Landwirten zunehmend Druck, sagte Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbands. «Das Verhältnis von Erlösen zu Kosten stimmt nicht mehr.» Auch die Hitze und die Konkurrenz bereiteten vielen Sorgen. 


Wie stand es in diesem Jahr um welche Frucht? 

Erdbeeren: Es war ein gutes Jahr für die Erdbeeren. Im Freiland wurden laut Gartenbauverband Berlin-Brandenburg 940 Tonnen geerntet – rund 43 Prozent mehr als im Vorjahr. Es habe allerdings das Problem gegeben, dass durch die große Hitze «an manchen Stellen die Früchte regelrecht gekocht wurden», sagte Präsident Klaus Henschel. 

Spargel: Etwa 7 bis 10 Prozent weniger Spargel sei in diesem Jahr geerntet worden, insgesamt 18.500 Tonnen. Ein Grund sei die Trockenheit gewesen. Viele Landwirte hätten Sorgen vor dem kommenden Jahr, so Henschel. Als Alternative zu Erntekräften sollen in großen Betrieben auch Erntemaschinen zum Einsatz kommen. 

Heidelbeeren: Hier läuft die Ernte noch bis Ende September – die erwarteten Erträge seien befriedigend. In die Läden kommt laut dem Gartenbauverband zunehmend Konkurrenz: Importe von neuen Sorten mit großen Früchten. Die seien beliebt, aber für Brandenburger Bauern sei eine Sortenumstellung schwierig. 

Süßkirschen: Nach zwei schwachen Jahren sieht es in diesem Jahr wieder gut aus für die Süßkirschen – etwa 438 Tonnen wurden geerntet. 

Weizen, Roggen und Gerste: Der Landesbauernverband spricht von «stabilen Erntemengen» in diesem Jahr: Weizen brachte es auf 6,2 Tonnen pro Hektar, Roggen auf 4,3 Tonnen pro Hektar und Gerste auf 6,6 Tonnen pro Hektar. Schwierig war jedoch die Hitze im Juni für den Weizen: «Wir konnten zusehen, wie uns der Weizen bei Temperaturen von 40 Grad regelrecht auf dem Halm abstarb», so Wendorff. 

Raps: Sorgenkind in diesem Jahr war der Raps. Hier sank die Ernte von 2,7 auf 2,1 Tonnen je Hektar. Vor allem der Schädlingsbefall durch den Kreuzblütler war den Bauern zufolge schuld daran.