
Berlin (dpa/bb) – Die Hintergründe der Hackerattacke auf zwei Senatsverwaltungen sind nach wie vor unklar. Der Staatssekretär für Digitalisierung, Florian Hauer, räumte ein, dass es zahlreiche offene Fragen zu dem Angriff und dem Angreifer gibt.
Es gebe Mutmaßungen, aber es lasse sich im kriminalistischen Sinne bisher nicht sagen, wie er vorgegangen sei, sagte Hauer am Nachmittag im Ausschuss für Digitalisierung und Datenschutz, bei dessen Beratung die Öffentlichkeit teilweise ausgeschlossen wurde. «Wir wissen, dass er drinnen war, aber wir wissen es nicht genau, wie er reingekommen ist», gab Hauer zu.
«Auch das ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen unter Federführung der Staatsanwaltschaft und unter Beteiligung der Spezialisten vom LKA.» Was mit dem Angriff bezweckt wurde, liegt ebenfalls im Dunkeln. Belastbare Erkenntnisse zu Motiven gebe es nicht.
Untersuchungen werden ausgeweitet
Ist der Angreifer abgewehrt worden? «Wir gehen davon aus, dass er aus dem System draußen ist», sagte Hauer. «Aber auch hier gilt: Wir setzen die forensischen Untersuchungen, das Scanning fort.» Es werde außerdem in die Breite auch auf andere Verwaltungen ausgeweitet, die bisher noch nicht im Blick gewesen seien. Hauer betonte, nach seinem Kenntnisstand seien keine sensiblen, also zum Beispiel personenbezogenen Daten, abgeflossen oder solche mit Bezug zu kritischer Infrastruktur.
Mit 100-prozentiger Sicherheit könne er das aber nicht sagen. «Ich kann sagen: Nach jetzigem Stand und nach den mir vorliegenden Informationen sind ausschließlich solche Daten abgeflossen, die auch öffentlich zugänglich gewesen wären.»
Hauer wies darauf hin, dass das Risiko solcher Cyberattacken wie die auf die Verkehrs- und die Stadtentwicklungsverwaltung bestehen bleibe: «Wir müssen einfach davon ausgehen, dass weitere Angriffe folgen, dass der nächste vielleicht noch besser und noch professioneller ist», warnte der Staatssekretär.
Der Angriff auf die beiden Verwaltungen war am 14. August bekanntgeworden. Anschließend wurden sie vom Internet getrennt. Seit Sonntag ist der Zugang ins Netz wieder möglich. Hauer hatte sich am Vormittag bereits im Innenausschuss zu dem Thema geäußert.
