Alles liegt bereit für das neue Schuljahr in Berlin und Brandenburg. (Symbolbild)
Alles liegt bereit für das neue Schuljahr in Berlin und Brandenburg. (Symbolbild) Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Berlin/Potsdam (dpa/bb) – Raus aus den Sommerferien, rein ins neue Schuljahr und zu den alten Problemen in den Klassenzimmern: Rekordzahlen von Schülerinnen und Schülern beschäftigen die Schulen in Berlin und Brandenburg zum Beginn des neuen Schuljahrs 2026/27 am Montag. Mit rund 324.400 Kindern und Jugendlichen sei die Zahl in Brandenburg so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr, heißt es von Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU). 

Berlin sprach gar von einer neuen Höchstzahl: 404.910 Schülerinnen und Schüler werden ab Montag an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet. Das seien gut 1.200 mehr als letztes Schuljahr und so viele wie noch nie, erklärte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU).


Zu viele Schülerinnen und Schüler für zu wenige Lehrkräfte

Es wird also voll in den Klassenräumen – und der Bedarf an Lehrkräften ist in beiden Ländern hoch. Bei weitem nicht alle ausgeschriebenen Stellen konnten besetzt werden. In Berlin bleiben laut Senatorin etwa 500 Vollzeitstellen unbesetzt. Die endgültige Zahl stehe erst im November fest. Auch wenn das weniger als im Jahr 2023 mit 1.500 fehlenden Lehrkräften seien, bleibe das Thema «herausfordernd». 

In Brandenburg sind zu Beginn des neuen Schuljahrs 313 Vollzeitstellen noch unbesetzt. Das seien weniger als befürchtet, aber mehr als im vergangenen Jahr mit 255 fehlenden Lehrkräften, so der Minister. Die vor wenigen Monaten verordnete zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche für Brandenburger Lehrkräfte soll ab dem zweiten Halbjahr für alle Lehrkräfte gelten. Bislang waren rund 40 Prozent von der Regelung ausgenommen. 

«Jede Stunde mehr Unterricht zählt», sagt Brandenburgs Minister

Hoffmann will auch versuchen, Lehrkräfte aus der Teilzeit zu holen und sie mit der Bitte um mehr Unterrichtsstunden anschreiben: «Jede Stunde mehr Unterricht zählt.» Zuletzt gab es große Sorge, ob der Lehrkräftemangel die Schulabschlüsse in Brandenburg gefährden könnte. Da gab der Minister zum Schulauftakt vorsichtige Entwarnung. Die Abschlüsse seien «gewährleistet», auch wenn dafür «einige schmerzhafte Maßnahmen notwendig» seien. 

Dazu zählt, dass Schulen vorübergehend Förderstunden reduzieren oder Arbeitsgemeinschaften aussetzen dürfen. Auch können sie eine Ausnahmegenehmigung beantragen, um auch von der vorgegebenen Stundentafel abzuweichen. Insgesamt arbeiten an Berlins öffentlichen Schulen etwa 35.700 Lehrkräfte, in Brandenburg sind es rund 22.300 Lehrkräfte.

«Wir müssen weiter neue Schulen bauen», sagt Berlins Senatorin

In Berlin ist nach wie vor der Schulplatzmangel ein Problem. Die seit etlichen Jahren laufende «Schulbauoffensive» des Senats habe Fortschritte erreicht, so Senatorin Günther-Wünsch. Im neuen Schuljahr stehen demnach rund 8.000 neue Schulplätze zur Verfügung. 

Doch das Neubau- und Sanierungsprogramm müsse weitergehen – trotz Rückgangs der Geburtenzahlen. Günther-Wünsch verwies auf Prognosen, wonach sich rückläufige Geburtenraten erst etwa 2030 an den Schulen auswirkten, die Schülerzahl also bis dahin steige. 

«Wir müssen weiter neue Schulen bauen. Die Klassenzimmer sind nach wie vor voll. Unser Ziel ist es, hier Entspannung reinzubringen.». Die Zahl der im Moment rechnerisch fehlenden Schulplätze bezifferte die Senatorin auf rund 24.000. Bis zum nächsten Schuljahr seien 6.700 weitere Plätze geplant, unter anderem in sechs Neubauten.