Das historische Gefängnisgebäude ist gut erhalten und zeigt in beklemmender Weise die frühere Nutzung.
Das historische Gefängnisgebäude ist gut erhalten und zeigt in beklemmender Weise die frühere Nutzung. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB

Potsdam (dpa/bb) – Die Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam hat an die inhaftierten Menschen im früheren sowjetischen Untersuchungsgefängnis erinnert. Am 15. August 1945 hatte laut Kulturministerium die sowjetische Militärspionage ein ehemaliges Pfarrhaus in der Leistikowstraße als Geheimdienstgefängnis in Betrieb genommen.

Kulturministerin Manja Schüle (SPD) sagte anlässlich des Gedenktages: «Haftzellen mit originalen Holzpritschen, bedrückende Inschriften von Inhaftierten an den Wänden, zugemauerte Fenster und Reste der Sperranlagen – es gibt wenige Haftanstalten, die in so beklemmender Authentizität erhalten geblieben sind wie dieses ehemalige Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes.» Bürgerschaftliches Engagement zum Erhalt solcher Gedenkorte werde es in Zukunft mehr denn je brauchen, wenn es keine Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mehr gebe, die von ihrer Haft, von Entrechtung, Isolation und Torturen berichten könnten. 


Eröffnet wurde dort auch eine Wanderausstellung mit dem Titel «frauenHAFT. Sowjetische Repression und DDR-Strafvollzug (1945-1956)», die Schicksale inhaftierter Frauen thematisiert. 

Wie viele Frauen und Männer dort gefangen gehalten wurden, ist laut Ministerium bis heute nicht bekannt. Am 15. August 1994 sei der Abzug der letzten russischen Truppen erfolgt und die Rückgabe des Gebäudes an den Alteigentümer, den Evangelisch-Kirchlichen Hilfsverein. Damit habe ein breites bürgerschaftliches Engagement zum Erhalt des ehemaligen Untersuchungsgefängnisses als Gedenkstätte begonnen. Seit 2023 ist der Ort Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.